Steinheim-Kleinbottwar Es ist ein wenig wie heimkommen

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Musik, Wein, Kunst, Kulinarik – am Montagabend geht es weiter. Foto: Werner Kuhnle

Steinheim-Kleinbottwar - Vergangene Woche war sie noch in Spanien auf Weinreise, jetzt genießt sie das Bottwartal. Natalie Lumpp – bekannt aus TV-Sendungen wie dem ARD-Buffet, Kaffee oder Tee oder der Kochsendung Grill den Henssler – ist aus der deutschen Weinszene nicht mehr wegzudenken. Ihr Markenzeichen ist neben einem profunden Fachwissen ihr Charme. 2008 hatte sie die kulinarischen Weinproben der Wein- und Kulturtage das erste Mal moderiert. Ohne Zögern sagte Natalie Lumpp für die 14. Auflage des Genussfestivals wieder zu. Ins Bottwartal kommen ist für die 48-Jährige ein bisschen wie heimkommen. Wenn sie über die Wein- und Kulturtage spricht, gerät Lumpp ins Schwärmen. „Es gibt wenig Vergleichbares was die Atmosphäre hier angeht. Es ist ein wunderbares Fest mit toller Stimmung und tollen Menschen. Ich habe nur zufriedene Gesichter gesehen“, resümiert sie am Sonntag.

Zufrieden sieht auch Irmtraud Mühlbauer aus. Auf der Bühne spielt am Samstagabend Hotel Bossa Nova, der Park ist mit Besuchern gefüllt, das Notfall-Telefon wummert nur ab und an. Ein Jahr bevor das Genussfestival seine Tore öffnet, beginnt für „Irmi“, wie die Winzer sie liebevoll nennen, die Arbeit. Die größte Herausforderung ist die Terminkoordination, sagt die 51-Jährige, die die Veranstaltung zum vierten, aber auch zum letzten Mal organisiert hat. Die Weinmacher verlassen sich auf die Chefin, die den Überblick behält – mit Charme und Witz. So manche schlaflose Nacht kosten sie die vier Tage im Vorfeld. „Wenn es dann aber losgeht, fällt die Anspannung von mir ab.“

Gelassen trotz des Trubels wirkt auch Andreas Roth vom Weingut Forsthof. Er steht vor dem weißen Zelt, in dem Ehefrau Bettina und Mitarbeiter die Gäste beraten und Wein ausschenken. Besonders nachgefragt wird der Muskateller, der beim Internationalen Bioweinpreis mit Gold ausgezeichnet worden ist. Aber auch die neuen Etiketten fallen auf. „Nach zehn Jahren war es einfach mal wieder an der Zeit“, erklärt Roth und schmunzelt.

Ein paar Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite sorgt Hartmann Dippon am Stand des Schlossguts Hohenbeilstein gerade für Wassernachschub. Die 20 Grad Außentemperatur ist „Top Weinwetter“ freut sich Dippon. „Und vielleicht gehen ja auch die Rotweine besser, die bei Hitze immer etwas zu kurz kommen.“ Nach dem aufgrund des Wetters etwas verhaltenen Auftakts, ist der Beilsteiner am Samstagabend zufrieden mit dem Besuch – und mit dem Zusammenrücken der Winzer. Denn durch das Ausscheiden der Bottwartaler Winzer haben jetzt alle fünf Weingüter im vorderen Bereich im Halbrund ihre Stände. „Es ist schnuckeliger“, gibt Hartmann Dippon eine Rückmeldung der Gäste wieder.

Die neue Aufteilung gefällt auch Marcel Wiedenmann vom Sankt Annagarten, der von hinten nach vorn gerückt ist. Interessiertes Publikum und gute Gespräche hat der Beilsteiner an diesem Abend schon geführt. Mit alten und potenziellen neuen Kunden. Aus der Umgebung ebenso wie aus Lübeck oder Bielefeld. „Einige Sponsoren haben auch ausländische Kunden eingeladen, was dem Ganzen einen internationalen Touch gibt“, freut er sich.