Steinheim-Kleinbottwar Ende des Genussfestivals ist besiegelt

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6500 Besucher wären nötig, damit die Macher der Wein- und Kulturtage auf die Foto: Archiv (Werner Kuhnle )

Steinheim-Kleinbottwar - Mindestens 6500 zahlende Gäste hätten es sein müssen, damit die Macher der Wein- und Kulturtage auf eine schwarze Null kommen. Gerade einmal die Hälfte waren es am Ende. Zu wenig. Viel zu wenig. „Dieses Fest war noch nie so konzipiert, dass die beteiligten Weingüter mit einem satten Gewinn rausgehen“, erklärt Felix Graf Adelmann. Vielmehr sollte es die Kultur im Bottwartal fördern, eine Werbung für die Region und die örtlichen Weingüter sein. „Wir haben mehr als einmal draufgezahlt, aber dieses Mal gibt es ein ganz dickes Minus, deshalb habe ich am Dienstag alle Sponsoren, Partner und Mitwirkenden informiert, dass es künftig keine Wein- und Kulturtage mehr geben wird“, bestätigt der Kleinbottwarer Bio-Winzer eine Anfrage unserer Zeitung. „Mir lag dieses Festival immer am Herzen, aber es geht einfach nicht mehr. Es geht uns nicht darum, das große Geld zu verdienen. Es darf aber auch nicht sein, dass wir nur im seltenen Erfolgsfall überhaupt die Null erreichen und ansonsten draufzahlen.“

Natürlich könne das schlechte Wetter als Begründung für die miesen Besucherzahlen hergenommen werden, sagt Adelmann. „Aber es war in der Vergangenheit auch noch schlechter und da waren mehr Leute bei uns im Park. Das allein kann es also nicht sein. Es gibt inzwischen so viele Alternativen an Weinfesten und Kultur-Veranstaltungen, dass wir doch alle nicht mehr wissen, wo wir hingehen sollen und es fast der größte Luxus ist, einen Abend daheim auf dem Sofa zu verbringen.“

Er habe sich in den vergangenen fünf Jahren schon mehrfach überlegt, einen Schlussstrich zu ziehen, so Adelmann. „Aber jetzt musste ich es einfach tun. Wir alle haben Verantwortung gegenüber unseren Betrieben und unseren Mitarbeitern.“ Alle teilnehmenden Weingüter - das Schlossgut Hohenbeilstein, Sankt Annagarten, Forsthof und Bruker - würden jedes Mal wahnsinnig viel Arbeit, aber eben auch Geld in das Event stecken.

Darüber hinaus liege in den Betrieben und Weinbergen zehn Tage lang alles brach. In dieser Jahreszeit eine solche Arbeitsleistung aus dem eigentlichen Betrieb abzuziehen, sei „irgendetwas zwischen einem komplexen Balanceakt und purem Risiko“. 15 Euro kostet der Eintritt zum Festival mit Wein, Kultur und Kunst auf Schaubeck. „Und es gibt tatsächlich Menschen, die an der Kasse monieren, das sei zu viel – aber vermutlich nichts dabei finden, wenn sie ins Kino gehen und das 15 Euro kostet“, ärgert sich der Kleinbottwarer Weinmacher.

Ist der Schlussstrich, den die fünf Bio-Weingüter jetzt ziehen ein endgültiger? Was die Wein- und Kulturtage angeht ja, sagt Felix Adelmann. Allerdings schließe er nicht aus, dass es irgendwann einmal eine andere Veranstaltung auf Schaubeck geben wird. „Mit einem schlankeren Konzept, aber trotzdem mit Niveau.“