Steinheim-Kleinbottwar Das Käthchen trifft auf einen Hochstapler

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Die Festspiele auf Burg Stettenfels werden zehn Jahre alt. Foto: Werner Kuhnle

Steinheim-Kleinbottwar - Zum Zehnjährigen der Burgfestspiele auf Stettenfels wird im Juli und August das aktuelle Bühnenstück der Kleinbottwarer Autorin Claudia Sontheimer-Binder aufgeführt. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Frau Sontheimer-Binder, Sie sind Theaterfreunden, die historische Stücke lieben, hier in der Region inzwischen ein Begriff. Das wievielte Bühnenstück haben Sie nun eigentlich geschrieben?

„Das Käthchen und der Hochstapler vom Stettenfels“ ist das fünfte Werk von mir, das aufgeführt wird. Zwei davon waren auch im Einzugsbereich der Marbacher Zeitung zu sehen. Das zweite Stück, der „Homo Schtoina“ leitete gewissermaßen eine Serie auf der Burg Stettenfels ein, wo der „Homo Schtoina“ nach Steinheim auch noch einmal aufgeführt wurde.

Zur 900-Jahr-Feier von Untergruppenbach wurden Sie dann beauftragt, ein historisches Werk über die Herrschaft der Bankiersfamilie Fugger auf Stettenfels zu verfassen. Das ist Ihnen mit „Furchtlos gegen Fürst und Fugger“ gelungen. „Die schwarze Hofmännin“ folgte. Das aktuelle Stück, es ist als Gesellschaftskrimi betitelt, handelt ebenfalls von einer wahren Begebenheit, ist also ein Historienschauspiel, oder?

Ja und nein. Es orientiert sich an den Vorfällen des Jahres 1911, als ein Hochstapler tatsächlich versucht hat, die Burg mit unlauteren Mitteln zu erwerben. Dieser mysteriöse Fall hat damals die Heilbronner Justiz aufgrund mehrerer Gefängnisausbrüche monatelang in Atem gehalten. 1911 ist zudem ein Kleist-Jahr. So habe ich die Bühnenfassung quasi als Stück im Stück konzipiert, in dem „Das Käthchen von Heilbronn“ zum hundertjährigen Todestag von Kleist aufgeführt wird.

Dann sind auch Originaltexte von Heinrich von Kleist zu hören?

Ja, allerdings nur teilweise, denn der Klassiker macht lediglich rund ein Zehntel meines eigenen Werkes aus. Mein Stück baut diese Original- Szenen nur kunstvoll ein; es spielt selbst auf mehreren Ebenen. Dadurch ist das Werk auch komplexer geworden, als die anderen zuvor. Ich habe drum herum ganz frei arrangiert. Etwas, das mir viel Spaß gemacht hat.

Was war Ihnen bei dieser Vermischung von Historie und Fantasie besonders wichtig?

Dass die verschiedenen Ebenen zusammengehalten werden. Zum einen durch die Themen „Traum und Täuschung“, zum anderen durch die Figur der Winzertochter Käthchen. Sie identifiziert sich so sehr mit dem Kleist-Käthchen, dass sie in deren Rolle schlüpft und wie diese ihrem Herzen und ihrem „Traummann“ unbeirrbar folgt. Die ausgehende Zeit der Belle Époque bietet dafür die perfekte Kulisse. Ein Boulevard-Stück also, das eine Abendgesellschaft traumverlorener Künstler, die durch Irrgärten von Täuschungen lustwandelt, ebenso unter die Lupe nimmt, wie etwa ihre Sehnsucht, mobil zu werden. Jeder möchte auf der Jungfernfahrt der Titanic dabei sein, oder mit dem Zeppelin elegant durch die Lüfte schweben. Ich möchte den Charakter dieser Zeit symbolisieren, will jene Dinge kennzeichnen, die für die Menschen jener Zeit wichtig waren.

War es leicht für Sie, an Informationen zu gelangen?

Ja sehr. Die Recherche war unkompliziert. Und ich habe festgestellt, dass es eine äußerst interessante Zeit war.

Und wie sehen die inhaltlichen Zutaten aus?

Liebe, Betörung, Gesang, aber auch leidenschaftliche Fechtszenen und viel Humor. Und natürlich gibt es auch Anlass zum Gruseln. Schließlich haben wir das Stück als Krimi kategorisiert.


Das Theaterstück „Das Käthchen und der Hochstapler vom Stettenfels“ hat am 12. Juli  Premiere. Weitere Aufführungen im Rahmen der Burgfestspiele auf der Burg Stettenfels in Untergruppenbach am: 13., 17., 19., 20., 24., 26., 27. und 31. Juli sowie am 2., 3., 7., 9. und 10. August. Karten sind unter anderem erhältlich bei der Schilleria in Marbach oder bei Bottwartal Souvenirs in Großbottwar.