Steinheim Kindergärten an der Kapazitätsgrenze

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Kindergartenkinder müssen zur Zeit unter anderem in die Einrichtung in Höpfigheim ausweichen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Steinheim - Die Kindergärten in Steinheim und Kleinbottwar sind voll belegt. In Höpfigheim wird es im September 2019 noch neun freie Plätze geben, in der Kernstadt gibt es nur noch in der Sudetenstraße 14 freie Plätze. Das bedeutet, dass bei einer Gesamtzahl von knapp 400 betreuten Kindern in ganz Steinheim im Ü3-Bereich gerade mal 23 Plätze als Reserve zur Verfügung stehen. Im Lauf des nächsten Schul- und Kindergartenjahres könnte es also sehr voll werden, weil im September durch die Schulabgänger die Belegung in den Kindergärten in der Regel am entspanntesten ist. „Das wird ja immer schlimmer. Jetzt bekommt man schon im Dezember keinen Platz mehr und das im Ü3 Bereich“, mit dieser Sorge hat sich Melanie Schuch, Mutter von einem zukünftigen Kindergartenkind an diese Zeitung gewandt. Ihrer Information nach seien im Laufe des Oktobers alle noch verfügbaren Plätze belegt, was unter Umständen dramatische Folgen haben kann. „Wir Frauen müssen ja nach der Elternzeit wieder arbeiten, wenn das Kind drei wird, sonst ist der Arbeitsvertrag weg.“

Die Stadt Steinheim ist bei den Kindergartenplätzen sowohl räumlich als auch personell an der Grenze der Kapazitäten. Auf der Internetseite der Stadt Steinheim wird die Belegungssituation hochgerechnet auf September 2019 dargestellt. Die Erkenntnis, dass es so gut wie keine freien Plätze mehr gibt, sorgt auch im Rathaus für Kopfzerbrechen.

„Die Belegungssituation ist mehr als kritisch“, will der Erste Beigeordnete Norbert Gundelsweiler „überhaupt nichts beschönigen“. Es sei im ganzen Großraum Stuttgart so, dass Kindergartenplätze Mangelware sind. Die Kommune ist indessen nicht untätig: Die Planungen für die Erweiterung des Kinderhauses Sudetenstraße laufen. „Wir rechnen mit dem Baubeginn im Sommer und mit der Einweihung im September 2020.“ 50 zusätzliche Plätze würden zumindest im Ü3-Bereich für eine Entspannung sorgen. Bis dahin könne es Engpässe geben, so Gundelsweiler. „Wir werden nicht alle Wünsche erfüllen können.“ Man sei zwar kreativ und sorge durch „unkonventionelle Lösungen“ für mehr Plätze wie in der Steinstraße, wo man die Kapazität von 55 auf 65 erhöhen konnte. „Und das alles innerhalb der Betriebserlaubnis“, betont Gundelsweiler. Allerdings sind diese zusätzlichen Plätze auch schon wieder voll belegt.

Wer auf einen Krippenplatz angewiesen ist, dem empfiehlt der Beigeordnete die frühzeitige Anmeldung, weil die Platzvergabe nach Eingang der Anmeldeunterlagen erfolgt. Unter Berücksichtigung der bereits vorliegenden Anmeldungen stehen in Kleinbottwar erst im Februar 2020 wieder freie Plätze zur Verfügung. In Höpfigheim hat es ab Juli diesen Jahres wieder Platz, in der Lehenstraße: und Schulstraße kann man im September anklopfen.

Auch im Bereich Ü3 empfiehlt es sich, immer wieder nachzufragen, da durch Wegzüge kurzfristig Plätze frei werden können. Ansonsten habe man keinen Anspruch auf einen Wunschkindergarten und müsse zur Zeit nach Höpfigheim oder in die Sudetenstraße ausweichen.

Die „Vollbelegung“ in Kleinbottwar lasse sich nicht mit den dort untergebrachten Asylbewerbern begründen, so Gundelsweiler auf Nachfrage dieser Zeitung. „Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden bei der Aufnahme in den Kindergarten nicht bevorzugt. Die Vergabe der Plätze erfolgt streng nach Alter, und nur bei Geschwisterkindern machen wir bei der Wahl der Einrichtung eine Ausnahme.“

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