Steinheim Hoffnung auf Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt

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Seit 2016 gilt Tempo 40 in den Steinheimer Ortsdurchfahrten. Jetzt besteht sogar Hoffnung auf Foto: avanti

Steinheim - Zu Beginn der ersten Sitzung unter neuer Leitung dankte der Kleinbottwarer Ortsvorsteher Horst Trautwein seinem Vorgänger: „Nach der Ära Waters beginnt jetzt die Ära Trautwein.“ Er werde versuchen, so der neue Ortsvorsteher, „der Herausforderung zwischen Beruf und Ehrenamt gerecht zu werden“. Dabei setze er auf die „vertrauensvolle Mitarbeit des Gremiums“, was sich daran zeigte, dass Trautwein mit den meisten Ortschaftsräten das „Du“ pflegt.

Eine weitere Änderung war, dass Nicole Rohde von der Stadtverwaltung als Schriftführerin die Sitzung protokollierte. So wurden die Meinungen der Ortschaftsräte beispielsweise zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans gehört. Den Beschluss zur 30000 Euro teuren Aufstellung fasst der Gemeinderat am 8. Oktober, die Empfehlungen des Ortschaftsrates werden dabei in der Regel berücksichtigt.

Diana Butzer vom beauftragten Planungsbüro erläuterte, dass die Rechtsgrundlage für Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt jetzt besser sei als noch 2016. Schon damals habe man diesen Wunsch im Lärmaktionsplan formuliert, dies sei aber vom Landratsamt abgelehnt worden. Es hätte nur abschnittsweise 30 gegeben. „Wir wollten nicht, dass abgebremst und wieder beschleunigt wird, also haben wir uns durchgängig für Tempo 40 entschieden“, so Trautwein. Nun bestehe berechtigte Hoffnung auf Tempo 30, da die Grenzwerte für Lärm niedriger geworden sind.

Für die Verlängerung der Ortsdurchfahrt entlang des Neubaugebiets Scheibenäcker gelte dies allerdings noch nicht, erläuterte Bauamtsleiter Frank Fussenegger später. Man sei froh, dass die Kreisstraße entlang des Baugebiets, in dem die Erschließung frühestens bis Herbst 2021 abgeschlossen sein soll, jetzt überhaupt als innerörtliche Straße eingestuft werden soll, weil dies das Abbiegen deutlich vereinfacht.

Klemens Weller (FW) wollte wissen, ob das Neubaugebiet im Lärmaktionsplan schon berücksichtigt wird. Hier werden eigene Gutachten erstellt, für die Schallschutzmaßnahmen könne nur die bereits bestehende Bebauung berücksichtigt werden, so die Auskunft der Fachfrau Diana Butzer. Susanne Herden (SPD) wunderte sich, dass die errechneten Schallpegel nicht durch tatsächliche Messungen überprüft werden. „Es werden Jahresmittelwerte ermittelt“, erklärte Butzer. „Da sind Messungen schwierig, weil der Lärm sehr unterschiedlich ist.“

Das subjektive Empfinden eines lauten Lkw hat also nicht viel mit der in Modellen errechneten durchschnittlichen Lärmbelastung zu tun. Zur Zählung der Fahrzeuge werde der Verkehr 24 Stunden lang per Video erfasst, ergänzte Rolf Englert vom Ordnungsamt.

Michael Uhl (SPD) lenkte den Blick noch auf eine Maßnahme außerhalb Kleinbottwars: „Ich finde es ärgerlich, dass wir 2016 die Ausbesserung der schadhaften Beläge auf der Rielingshäuser Straße beschlossen haben, und das Landratsamt sagt einfach, nö, machen wir später.“

Für die Hohe Straße werden zwei jeweils 20 Meter lange Buchten mit Parkverboten ausgewiesen, um den Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Dies habe das Landratsamt nach der Verkehrsschau im Juli angeordnet, gab Englert bekannt. Keine bessere Lösung fand man für die Einmündung der Seestraße in die Lerchenhofstraße. Diese ist vorfahrtberechtigt, obwohl von links kommend, was Radfahrer und mitunter auch die Busse aus der Seestraße ignorieren. Durch den abgesenkten Bordstein und das Schild „Vorfahrt beachten“ sei die Regelung eigentlich klar, die Gestaltung der Kreuzung sei aber auch nach Auffassung der Verkehrsexperten aus dem Landratsamt missverständlich. „Der ganze Bereich sollte neu geplant werden“, fand auch Uhl.