Steinheim/Großbottwar Wasserbüffel haben nicht nur Freunde

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Kritiker monieren, die Landschaft verändere sich negativ. Foto: Verein für Landschaftspflege

Steinheim/Großbottwar - Bei aller Freude über den Nachwuchs bei den Wasserbüffeln (wir berichteten) gibt es nach wie vor auch Menschen, die das Naturschutzprojekt kritisch sehen, wie Wolfgang Stiefel aus Kleinbottwar: „Ich bin erschrocken, wie das Bottwartal sich verändert hat. Aus den satten grünen Wiesen sind abgemähte Felder geworden. Dort, wo sich die Büffel aufhalten, ist das Gras niedergetrampelt und die Wassersuhle ist eine stinkende Kloake geworden.“

Für sein „laienhaftes Auge“ sehe es so aus, als würde die Landschaft veröden. Von der Haltung von Wasserbüffeln im Beilsteiner Teilort Klingen habe er sich ein Bild gemacht. „Dort war alles verschlammt. Hoffentlich sieht das bei uns dann nicht auch so aus.“ Stiefel würde gerne wissen, ob sich die Artenvielfalt durch die Beweidung tatsächlich erhöht, wie es die Initiatoren versprochen haben.

Der Präsident der Stiftung NatureLife International Claus-Peter Hutter ist von den Vorwürfen wenig begeistert. „Es wäre schön, die Kritiker würden sich direkt an uns wenden.“ Auch beim Landratsamt seien Anrufe besorgter Bürger eingegangen. Zu der Kritik nimmt Hutter aber konkret Stellung: Er könne den Eindruck, dass es bei der Wasserbüffelhaltung im Bottwartal stinke, aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. „Ich war selbst erst vor Kurzem dort. Das riecht nicht anders als auf jeder Kuhweide.“

Früher sei auf den Wiesen im Bottwartal Gülle ausgebracht worden, dies finde nicht mehr statt. Ebenso werde die Intensität des Mähens reduziert. Da die kleine Herde von sechs erwachsenen Kühen die zwölf Hektar Fläche nicht abweiden kann, müsse man mähen, auch um Futter für den Winter zu gewinnen.

Das Bewirtschaftungsmanagement sei mit dem Landratsamt abgestimmt. Die Tiere werden auf dem Areal immer wieder versetzt. Das bedeute, dass nicht die komplette Fläche gleichzeitig beweidet wird. Daher könne man nicht damit rechnen, dass großflächige Suhlen oder schlammige Stellen entstehen. „Natürlich wollen wir offene Bodenstellen. Die Trittsiegel sind die Basis für die Ansiedlung verschiedener Insektenarten und Vögel.“

Für eine Bilanz sei es vier Monate nach Projektstart noch zu früh. Das Monitoring, die systematische Erfassung der Veränderung von Fauna, Flora und Bodenstrukturen, werde wohl in zwei Jahren Ergebnisse vorlegen können. Er habe aber den Eindruck, so Hutter, dass es jetzt bereits mehr Heuschrecken, Schmetterlinge und Libellen als vorher gebe. „Das ist ein Reallabor mit einem Prozess, an dem alle Beteiligten lernen“, wirbt Claus-Peter Hutter um Verständnis und bittet um offene Kommunikation.

Der gleichen Meinung ist auch Gerhard Fahr, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Naturschutz durch Beweidung im Bottwartal. „Ich bin fast jeden Tag da draußen, und da kann man gerne mit uns diskutieren.“ Er habe im persönlichen Gespräch bereits einige Kritiker von dem Projekt überzeugen können.