Steinheim Das Ja zu mehr Bussen und das Hoffen auf Solidarität

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Seit Jahren kämpfen die Steinheimer Gemeinderäte und Höpfigheimer Ortschaftsräte um eine bessere ÖPNV-Anbindung von Höpfigheim. Foto: Werner Kuhnle Fotijounalist

Steinheim - Seit Jahren kämpfen die Steinheimer Gemeinderäte und Höpfigheimer Ortschaftsräte um eine bessere ÖPNV-Anbindung des Steinheimer Stadtteils. Jetzt ist ein Erfolg greifbar nah. Denn sollten sich alle Kommunen des Linienbündels Neckartal auf den vom Landratsamt Ludwigsburg vorgeschlagenen Kostenschlüssel einigen, könnten ab dem ersten Halbjahr 2020 zusätzliche Busse der Linie 444 fahren.

„Seither war montags bis freitags zwischen Höpfigheim und Steinheim um 18 Uhr Schluss. Die Neuregelung sieht weitere Fahrtenpaare bis 23 Uhr vor“, informierte der Leiter des Steinheimer Ordnungsamtes, Rolf Englert, in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Noch größer sei die Verbesserung am Wochenende, denn da gebe es bislang keine einzige Fahrt zwischen Stadtteil und Kernstadt. Künftig sollen dann aber samstags elf und sonntags acht Fahrtenpaare in der Zeit zwischen 8 und 23 Uhr verkehren. „Es sind sicher nicht alle Wünsche der Höpfigheimer Bürger erfüllt“, so Englert. „Aber es handelt sich dennoch um eine sehr große Verbesserung. Diese Chance ungenutzt vorbeiziehen zu lassen, wäre der Höpfigheimer Bevölkerung sicher nur schwer zu erklären.“

Darüber hinaus nahm Englert zu Punkten Stellung, die im Ortschaftsrat im Februar zur Sprache gekommen waren. Ein Kritikpunkt war die fehlende Anschlusssicherheit beim Übergang von der Linie 444 auf die Linie 460. Mit dem Fahrplanwechsel, der zum 8. Dezember in Kraft trete, würden die Busse der Linie 461, die seither beim Bahnhof Steinheim enden, bis zum Bahnhof Marbach weiterfahren, informierte Englert. Dies betreffe zunächst die Busse während der Hauptverkehrszeit. Ab Dezember 2020 sollen dann alle Busse der Linie 461 bis zum Bahnhof Marbach fahren. „Damit gibt es künftig die Möglichkeit für die Höpfigheimer Schüler, entweder auf einen Bus der Linie 460, oder einen der Linie 461 umzusteigen.“

Von den Ortschaftsräten kritisiert wurde darüber hinaus, dass der Bürgerbus Höpfigheim samstags künftig nicht mehr anfahren darf, wenn der Linienbus dort fahre. Das müsse man hinnehmen, nahm Englert den Räten mögliche Hoffnung auf eine Änderung. Dieser allgemeine Grundsatz im Linienverkehr sei vertraglich festgelegt. Der Linienbetreiber habe einen Rechtsanspruch darauf. Annette Grimm (SPD) kann sich nicht damit anfreunden. Es sei „fatal“, dass man dann den Bürgerbus nicht mehr nutzen könne. Rainer Breimaier von den Grünen sieht es anders. Es mache wirtschaftlich keinen Sinn, Alternativangebote zu machen, die man dann ja auch doppelt bezahle.

Die Zubestellung der zusätzlichen Fahrten kostet die Stadt jedes Jahr knapp 27 000 Euro. Allerdings spart die Stadt 51 000 Euro ein, denn diese Summe musste sie bisher für die beiden Buskonzepte Bottwartal und Neckartal aufwenden. Der Landkreis übernimmt die Hälfte der Gesamtkosten, also 182 500 Euro, für das neue Linienbündel Neckartal.

Die Räte stimmten der Zubestellung und der Übernahme der Kosten einstimmig zu. „Das ist ein wichtiger und richtiger Schritt“, betonte CDU-Chef Uwe Löder. Für Roland Heck von den Freien Wählern ist es einer der „größten Schritte“. Annette Grimm findet es toll, dass die Schüler die Linie 460 nutzen können – auch wenn nur bis zum Bahnhof. Dennoch warnte sie davor, an alten Zöpfen weiterzuflechten. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, wie viel Reisezeit ein Höpfigheimer bis Ludwigsburg brauche. Breimaier wies auf die ungünstige Lage des Stadtteils hin. „Wir liegen an keiner zentralen Verkehrsachse wie etwa Steinheim oder Kleinbottwar.“ Jede reale Verbesserung sei zu begrüßen und der Spatz in der Hand sei besser als die Taube auf dem Dach. Dennoch dürfe man keine Ruhe geben und weitere Verbesserungen nicht ad acta legen.