SG Schozach-Bottwartal Zwei Punkte bei der Zweitliga-Premiere

Von Julia Spors
Für Routinier Sina Klenk (rechts) hat sich der Abend angefühlt wie ein Märchen. Foto: Ralf Poller/i

Die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal gewinnen am Samstagabend zu Hause vor voller Halle mit 31:30 (15:14) gegen Mitaufsteiger Mainz-Bretzenheim und fahren damit den ersten Sieg in der 2. Bundesliga ein. Spannend blieb es dabei aber wirklich bis zum Schluss.

Es ist ein wahrlich historischer Moment, als das Spiel zwischen den Frauen der SG Schozach-Bottwartal und Mitaufsteiger SG Mainz-Bretzenheim am Samstagabend um 20 Uhr in der Beilsteiner Langhanshalle angepfiffen wird. Zum ersten Mal wird an diesem Abend in Beilstein Zweitliga-Handball gespielt. Die Kulisse stimmt. Die Halle ist voll, die Stimmung bestens. Als dann nach 60 Minuten Spielzeit die Partie abgepfiffen wird, kochen die Emotionen über. Standing Ovations auf den Rängen, tanzende Spielerinnen auf dem Feld. Denn nach einem spannenden und durchweg umkämpften Spiel haben die Gastgeberinnen durch ihr 31:30 (15:14) die ersten zwei Punkte in der 2. Handball-Bundesliga sicher. „Das Ganze ist wie im Märchen. Wenn ich eine Geschichte über Handball schreiben könnte, dann sähe sie genau so aus“, sagt Sina Klenk.

Für Sina Klenk ist der Abend etwas ganz Spezielles

Für sie ist dieser Abend etwas ganz Besonderes, steht sie doch bereits seit Jahren in Diensten der Bottwartälerinnen und ebnete mit ihren Leistungen Aufstieg für Aufstieg. „Als ich damals von Möglingen nach Beilstein in die Württembergliga kam, wollte ich eigentlich kürzer treten. Doch dann habe ich hier meine größten Erfolge gefeiert“, sagt sie. Die zwei Punkte an diesem Abend – Zähler, die sie nicht mehr vergessen wird. „So in die neue Saison in der 2. Liga zu starten, ist einfach nur toll. Wir wollten den Sieg aber auch unbedingt“, macht sie klar.

Viele Leichtsinnsfehler, vor allem in der ersten Halbzeit

Der letztlich knappe 31:30-Sieg stand jedoch lange auf der Kippe. „Wir hatten zwar ziemlich viele gute Phasen, haben aber auch mehrere technische Fehler und Leichtsinnsfehler gemacht“, resümiert der Routinier. Trainer Rouven Korreik wird da noch deutlicher: „Alleine in der ersten Halbzeit hatten wir zwölf technische Fehler, der Gast nur drei. Wenn man das sieht, wird deutlich, dass wir es viel klarer hätten gestalten können.“ Zu nervös sei sein Team jedoch gewesen, zu unclever manchmal im Zweikampfverhalten. „Das Gute ist aber, dass das Dinge sind, die man kurzzeitig abstellen kann, weil sie der Nervosität geschuldet waren“, meint er nach Abpfiff. Immer wieder wog die Führung so das ganze Spiel über hin und her, weil es auch den Gästen nicht anders ging – in die Pause ging man mit einem engen 15:14.

Das Nesthäkchen des Teams macht den Siegtreffer

Wie auch schon in der ersten Hälfte wechselte Trainer Rouven Korreik nach dem Seitenwechsel immer wieder quasi en block durch. Den Spielertypen entsprechend änderte sich dadurch die Abwehr. Mal versuchte man es mit einer offensiven Deckung, mal mit einer kompakten. Im Angriff lief es durchwachsen. Auffallend: Sobald man Tempo machte, fielen die Tore leichter. Alles in allem blieb das Spiel aber ausgeglichen – und so war der Showdown kurz vor Ende vorprogrammiert. Beim Stand von 30:30 nahm der SG-Coach 35 Sekunden vor Ende noch einmal eine Auszeit, um den letzten Spielzug anzusagen. Dass diesen dann mit Lara Däuble ausgerechnet das Nesthäkchen des Teams mit ihrem Treffer zum 31:30 vollendete – es ist eine weitere Anekdote des historischen Abends. Die Jugend-Nationalspielerin wird am Montag erst 16 Jahre alt, behielt aber die Nerven wie ein alter Hase. Ebenso kurz davor, als sie mit einem sehenswerten Leger über den Kopf der gegnerischen Torhüterin ein wichtiges Tor erzielte.

„So kann es weitergehen“, sagt Sina Klenk hinterher freudestrahlend und fügt an: „Wir sind happy. Heute wird jetzt erst einmal gefeiert.“ Froh ist auch Trainer Rouven Korreik, dennoch ordnet er ein: „Es hat gereicht heute. Leistungsmäßig ist da aber noch Luft nach oben.“ SG Schozach-Bottwartal: Brausch, Keller – Hanak (1), Schraml (4), Däuble (4), Hees (1), Weber (7/3), Schrembs, Klenk, Bauer (2), Räuchle, Fabritz (2), Gerstweiler (6), Loehnig (4), Niederdorfer.