Schwalbenfreundliches Haus Ein gutes Zuhause für viele Schwalben

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Klaus Ruge und Carolin De Mattia haben Tochter Miriam und Vater Jürgen Stirm (von links) Urkunde und Plakette überreicht. Die Schwalben nisten unterm Dach. Foto: Sandra Brock

Familie Stirm aus Rielingshausen ist für ihr schwalbenfreundliches Haus vom NABU ausgezeichnet worden.

Marbach-Rielingshausen - Man kennt sie als Glücksbringer, Sommerboten und Flugkünstler: Schwalben. Allerdings werden sie in Deutschland immer seltener. Nicht so auf dem Hof der Familie Stirm in Rielingshausen. Dort nisten jedes Jahr zig Mehlschwalben. An die 60 Nester sind es dieses Jahr – Tendenz steigend.

Dieses Engagement um die kleinen Vögel hat der NABU Marbach nun ausgezeichnet. Am Freitag erhielten Jürgen Stirm und seine Tochter Miriam von Klaus Ruge und Carolin De Mattia vom NABU eine Urkunde und eine Plakette für ihr schwalbenfreundliches Haus. „Das ist eine deutschlandweite Aktion des NABU und wir freuen uns, dass sich in letzter Zeit immer mehr Leute um diese Auszeichnung bemühen“, sagt Carolin De Mattia.

Jürgen Stirm weiß um die Schwalben am Haus „seit ich denken kann“. Schon sein Vater Walter hatte damals, Anfang der 60er-Jahre gleich Nester aufgehängt, als die Familie mit ihrem Hof aus dem Rielingshäuser Ortskern nach draußen zum jetzigen Standort gezogen ist. Und Jürgen Stirm macht ebenfalls immer weiter. Weil er festgestellt hat, dass die selbst gebauten Nester der Mehlschwalben inzwischen oft nicht mehr halten, montiert er immer wieder neue Fertignester aus Holzbeton – entlang des Daches am Wohnhaus ebenso wie am Gebäude des Hofladens.

Großes Interesse an den Tieren zeigt auch Tochter Miriam. Als vor zwei Jahren mal eines der von den Schwalben selbst gebauten Nester abstürzte, hat sie sich um die Baby-Vögel gekümmert und sie mit Mücken gefüttert, bis die Eltern die Kleinen im neuen Nest wiedergefunden hatten.

Weil der Bestand der Schwalben – zwar nicht auf dem Obsthof Stirm, aber bundesweit – zurückgeht, will der NABU dem Trend entgegenwirken und zeichnet nun Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen. Den Rückgang der Schwalbenpopulation sieht NABU-Vorsitzender Klaus Ruge vor allem am Verlust der Plätze, an denen sie brüten können. „Außerdem werden ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp.“ In den Städten verschwinden zudem „zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht“, so Ruge. Deshalb freut er sich umso mehr, dass die Vögel bei Familie Stirm ein gutes Zuhause haben.