Sanierung der Campus-Schulen in Steinheim Preisdifferenz zur Planung sorgt für Unmut

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Die Sanierung und Digitalisierung am Campus wird teurer als geplant. Foto: Werner Kuhnle

Für die Sanierung der Campus-Schulen in Steinheim muss erheblich mehr Geld eingeplant werden.

Steinheim - Die Schulen des Steinheimer Campus sollen digitalisiert werden. Das ist unstrittig. Für Diskussionen in der jüngsten Gemeinderatssitzung sorgte jedoch, dass das, was bislang in den diesjährigen Haushaltsplan eingestellt wurde, und das, was nun noch hinzukommt, deutlich voneinander abweicht. Als überplanmäßige Ausgabe wurden letzten Endes aber doch die gewünschten 612 000 Euro genehmigt – auch wenn Rainer Breimaier, Fraktionsvorsitzender der Grünen, anmerkte: „An so viel kann ich mich in meinen 17 Jahren als Gemeinderat nicht erinnern.“ Auch ihm sei das „sauer aufgestoßen“, erklärte Bürgermeister Thomas Winterhalter, und er entschuldige sich dafür.

Für die deutliche Differenz sorgen mehrere Faktoren. Zum einen kommen 126 000 Euro für neue elektrische Lautsprecheranlagen (ELA) für Gemeinschafts- und Realschule hinzu. „Diese Kosten waren im Dezember noch nicht ermittelt“, erklärte Bauamts-Mitarbeiter Arnd Füldner, und Winterhalter ergänzte, auch von der Förderfähigkeit dieser Anlage habe man erst Ende des vergangenen Jahres erfahren.

Füldner betonte darüber hinaus, man habe alles in Teilprojekte splitten müssen, da es unterschiedliche Fördermöglichkeiten aus den Töpfen des Digitalisierungspaktes und der Schulbauförderung gebe. Und es handle sich ja auch um mehrere Gebäude. Höhere Kosten seien auch bei der Planungsfortschreibung entstanden.

Völlig vergessen wurde zudem, nach dem Beschluss zur Grundschulsanierung das Budget von 232 000 Euro in den Haushaltsplan 2021 aufzunehmen. Winterhalter räumte ein: „Es ist leider so, dass uns der eine oder andere Lapsus passiert ist, aber jetzt müssen wir das Beste daraus machen.“ Im Übrigen könne man diese Summe, „ohne uns groß strecken zu müssen“, im Haushalt abbilden.

Nicht nur Rainer Breimaier zeigte sich für seine Fraktion verärgert. Sein Kollege Michael Schulze meinte: „Das muss im Vorfeld besser geplant werden.“ Und Timo Renz (Freie Wähler) bezeichnete die Sitzungsvorlage als „ausgesprochen verschwurbelt“. Es sei ihm selber unangenehm, entschuldigte sich der Bürgermeister erneut: „Die Verwaltung nimmt sich das sehr zu Herzen.“

Möglicherweise war diese Reue der Grund, dass am Ende der Diskussion doch alle Gemeinderäte zustimmten und auch den Auftrag für die Elektroanlagen vergaben. Damit können die Arbeiten zur Digitalisierung wohl wie geplant in den Pfingstferien beginnen und in den Sommerferien fortgeführt werden. Dem Thema wurde seitens der Verwaltung wegen der Pandemielage, aber auch wegen des dringenden Bedarfs an Unterstützung durch digitale Medien im Schulbetrieb höchste Priorität eingeräumt.