Sanierung auf Burg Lichtenberg Eine Burgfassade sorgt für Aufregung

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Der rechte Turm sticht dem Betrachter der Burg Lichtenberg ins Auge – laut Denkmalschutzamt war dieser Verputz nicht mit der Behörde abgestimmt. Foto: NatureLife International

Ein Turm der Burg Lichtenberg in Oberstenfeld wirkt verschandelt. Der Investor behauptet, er habe die Baumaßnahme mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Die Behörde dementiert.

Oberstenfeld - Wanderer wundern sich: Die Burg Lichtenberg, Wahrzeichen des Bottwartals, erscheint derzeit etwas verändert – und das nicht zu ihrem Vorteil. Eine auffällig helle, monoton verputzte Wand sticht ins Auge. Empört reagiert hat Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung NatureLife-International. Er informierte am Freitagmorgen per E-Mail die Medien und spricht von einer Verunstaltung der denkmalgeschützten Stauferburg.

Bereits in der Vergangenheit hatte Hutter Bedenken gehegt. Seine Sorge: Das Landschaftsschutzgebiet in der Nähe der Oberstenfelder Burg könne Schaden nehmen, sollte auf der Burg Lichtenberg mit einem Biergarten ein Massenbetrieb entstehen. Jetzt sieht er sich durch „unsachgemäße Arbeiten“ bestätigt: „Diese Fotos von heute zeigen, dass ein jahrhundertealter Turm aus unserer Sicht völlig unsachgemäß in großen Teilen und weit in die Landschaft hinein sichtbar in einer diesem besonderen Denkmal keineswegs gerecht werdenden Weise verputzt wurde.“ Es seit nicht vorstellbar, dass dies den Vorgaben des Denkmalschutzes und den Erfordernissen des Landschaftsschutzgebietes entspreche. Claus-Peter Hutter fordert ein „zügiges Einschreiten“.

Diese harte Kritik verwundert Christoph Wichmann, der als Investor die Burg Lichtenberg weiterentwickeln will. „Es ist eine Fachwerkwand, die früher ähnlich verputzt war“, erklärt der Geschäftsmann aus Beilstein. Die Fassade habe dringend erneuert werden müssen. „Die Mauer war schrecklich rissig, das Fachwerk porös und zum Teil schon abgesackt.“ Dass die Wand am Ende so hell geworden sei, habe ihn überrascht, doch hätten am Bau Beteiligte ihm versichert, dass der Farbton noch nachdunkele. Im Übrigen sei die Maßnahme mit den Vertretern der Unteren Denkmalbehörde im Landratsamt Ludwigsburg abgestimmt. „Sie waren erst vor wenigen Tagen hier und haben es sich angeschaut.“ Die Behörde kenne auch das große Sanierungsgutachten des Bietigheimer Architekturbüros Grau. Das Konzept werde allerdings erst später Schritt für Schritt umgesetzt – dabei würden unter anderem die Brücke und Fassaden erneuert.

Anderer Ansicht über den Hergang ist das Landratsamt Ludwigsburg: „Das Verputzen der Fassade wurde nicht mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt“, teilt Andreas Fritz, Pressesprecher der Behörde mit. Das Landratsamt werde zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium das weitere Vorgehen prüfen. „Danach kann erst entschieden werden, wie mit der Wandgestaltung verfahren wird.“

Für Christoph Wichmann wiederum ist schleierhaft, wie das Landratsamt und dessen Untere Denkmalschutzbehörde zu dieser Feststellung kommen kann. „Wir haben vor zwei Wochen hier über ein ganzes Bündel von Maßnahmen gesprochen.“ Damals habe der Verputz freilich noch gefehlt. Auch habe die Zeit wegen der Einsturzgefahr gedrängt, er habe den Flickenteppich der Ausbesserungen in den vergangenen Jahrhunderten durch eine einheitliche Farbgebung ersetzt. Der zu helle Farbton jetzt stelle ihn auch nicht zufrieden, und er sei offen für einen dunkleren. „Das Verfahren ist ja noch nicht abgeschlossen.“ Er habe mit dem Landesdenkmalamt im Herbst schon ein weiteres Treffen – dann werde über bereits erreichte Sanierungsstände gesprochen.

Das Projekt Biergarten an der Burg Lichtenberg stockt derzeit, weil Christoph Wichmann mit der Gemeinde und dem Landratsamt immer noch über die Stellplätze verhandelt, damit der Besuch von Gästen geregelt ablaufen kann.