Röststüble eröffnet in Steinheim Kaffeeduft in der Badtorstraße

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Das Röststüble von Hiltrud Thiem und Anja Prokasky (von links) soll bald nach der Eröffnung auch um ein Steh-Café mit Naschereien erweitert werden. Foto: Sandra Brock

In der Steinheimer Innenstadt eröffnet im Oktober das Röststüble. Hier wird frisch gerösteter Kaffee angeboten.

Steinheim - Es duftet nach frisch geröstetem Kaffee in der Badtorstraße 4 – kein Wunder, denn hier ist vor einigen Wochen das „Röststüble“ eingezogen. Das ehemalige Fotogeschäft in der Steinheimer Innenstadt, nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, stand lange Zeit leer. Jetzt haben es Anja Prokasky und Hiltrud Thiem in eine Kaffeerösterei verwandelt, die am 10. Oktober offiziell ihre Tore öffnen soll.

Schon jetzt ist es gemütlich im Laden, auch wenn bis zur Eröffnung noch einiges hergerichtet werden muss. In einem schönen, alten Holzschrank stehen bereits Kaffeepäckchen verschiedenster Herkunft und Sorten bereit, auch die hölzerne Ladentheke mit der großen Waage ist ein Blickfang. Und dann natürlich die Röster auf der anderen Seite des Ladens. In zwei kleinen Proberöstern und einem großen Exemplar verwandeln Anja Prokasky und Hiltrud Thiem die hellen grünbraunen rohen Bohnen in die dunkle bekanntere Form des Kaffees.

Aus etwa zehn verschiedenen Ländern von Brasilien über Guatemala bis Tansania stammen die Bohnen, die in Säcken ebenfalls im Laden lagern. Der Kaffee wird vor allem sortenrein, aber auch als so genannte Blends – also Mischungen – geröstet. Und bis zur Eröffnung hat er auch noch ein bisschen Zeit und Ruhe, um sein perfektes Aroma zu entfalten und Säure abzubauen.

Das und vieles andere haben Anja Prokasky und Hiltrud Thiem in einem Kaffee-Röst-Kurs gelernt, den sie vor etwa eineinhalb Jahren belegt haben. „Schuld“ an dieser etwas außergewöhnlichen Idee war ein leicht verregneter Sylt-Urlaub von Anja Prokasky und ihrem Mann ein paar Monate zuvor. „Statt am Strand zu frieren, haben wir eine kleine Rösterei besucht und superleckeren Kaffee getrunken“, berichtet sie. Dann durfte die Höpfigheimerin beim Rösten zuschauen und war begeistert. Nach dem Seminar machte sie sich selbst zuhause ans Kaffeerösten und die Nachfragen wurden immer größer, speziell, nachdem sie auf dem Höpfigheimer Weihnachtsmarkt einen Stand mit ihrem Kaffee hatte. Irgendwann - zuhause standen Küche, Keller und Wohnzimmer voll mit Kaffee und Röstutensilien – stellte sie sich die Frage, wie es mit der Rösterei weitergehen soll. Und gemeinsam mit ihrer Freundin Hiltrud Thiem wurde die Idee mit dem Laden geboren. Über die Stadt Steinheim fand man das passende Objekt.

Der Laden soll bald nach der Eröffnung zunächst auch ein Steh-Café für Kaffeeleckereien bekommen, in dem dann auch Pralinen oder Macarons angeboten werden. In einem nächsten Schritt ist der Ausbau des offenen Obergeschosses zu einem gemütlichen Café geplant. Die beiden Betreiberinnen, die ursprünglich aus der Chemiebranche kommen, freuen sich jedenfalls schon drauf. „Wir sind beide hobbymäßige Genießerinnen und haben mit dem Kaffee jetzt unser Hobby zum Beruf gemacht.“