Rielingshausen Neue Chefin könnte mehr als Zwischenlösung sein

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Birgit Gartner kann sich vorstellen, länger in Rielingshausen zu bleiben. Foto: privat

Marbach-Rielingshausen - Recht überraschend hat Stefanie Haupt im Frühsommer mitgeteilt, dass sie die Quellen-Grundschule verlässt. Haupt ging schweren Herzens. Doch sie wollte ihrem Mann nach Schleswig-Holstein folgen. Berufsbedingt hatte es ihren Gatten gen Norden gezogen (wir berichteten). Ein offizieller dauerhafter Nachfolger konnte auf die Schnelle nicht aus dem Hut gezaubert werden. Gleichwohl steht die Schule nun nicht führerlos da. Birgit Gartner hat das Zepter nach den großen Ferien interimsweise übernommen.

Bei ihrer Vorstellung im Ortschaftsrat sagte die Steinheimerin jetzt, dass sie Rielingshausen eigentlich nur von der Durchfahrt gekannt habe. „Meine Schwiegermutter hat in Fornsbach gewohnt“, erklärte sie. Inzwischen hat sie sich aber schon fast ein bisschen in den Marbacher Stadtteil verliebt. „Ich finde den Ort total bezaubernd und fühle mich auch sehr wohl hier an der Schule“, erläuterte Birgit Gartner, die vom Staatlichen Schulamt für ein Jahr nach Rielingshausen abgeordnet wurde – zugleich aber weiter auch als Konrektorin an der Grünlandschule in Freiberg wirkt. Von dort hat sie einen Kollegen nach Rielingshausen mitgebracht, eine andere Lehrkraft aus Bönnigheim sei jetzt ebenfalls zum Kollegium gestoßen, das damit alles in allem aus drei alten und drei neuen Pädagogen bestehe. „Das ist ganz spannend“, meinte Birgit Gartner. Die einen wollten neue Ideen einbringen, der alte Stamm weise darauf hin, dass doch alles funktioniert, so wie es ist. „Da schauen wir gerade, dass wir das zusammenbekommen“, berichtete Gartner.

Unterm Strich habe sie bislang „nur positive Erfahrungen“ an ihrem neuen Arbeitsplatz gemacht, wenngleich es nicht stimme, dass eine kleinere Schule automatisch leichter zu leiten sei. „Das ist nicht so“, konstatierte sie schmunzelnd.

Wobei die Quellen-Grundschule gar nicht mehr so winzig ist und zunehmend wachse. „Mir ist es aber auch nicht fremd, dass eine Raumnot besteht und die Räume eng sind“, sagte Gartner. Sollte man in Bälde allerdings sogar zweizügig werden, müsse man schon über neue Kapazitäten nachdenken, erklärte die Pädagogin, der nach dem Abschluss des Studiums 1989 etwas passierte, was in den heutigen Zeiten des Lehrermangels im Grunde undenkbar ist: Sie fand keine Stelle an einer Schule und stand ohne Arbeit da. Also machte sie eine Lehre zur Buchhändlerin. Eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau hat Birgit Gartner ebenfalls in der Tasche. Doch schließlich zog es die Frau, die ursprünglich aus dem Badischen stammt, dann doch zurück ans Lehrerpult.

Ihre erste Station im Schwabenland war in Hoheneck, ehe sie in Freiberg ihren Dienst aufnahm. Dort unterrichtet sie bereits seit fast 20 Jahren Mädchen und Jungs, zunächst als „,normale Lehrerin’, dann als Konrektorin, schließlich zwei Jahre als kommissarische Leiterin“. In Freiberg ist Birgit Gartner immer dienstags anzutreffen, den Rest der Woche gibt sie in Rielingshausen den Takt vor. Auch übers aktuelle Schuljahr hinaus? Ortsvorsteher Jens Knittel würde es sich jedenfalls wünschen. „Ich hoffe, Sie bleiben uns erhalten“, sagte er. Und so unwahrscheinlich ist das nicht. „Ich kann mir vorstellen, mich offiziell für die Stelle zu bewerben“, erklärt Birgit Gartner auf Nachfrage.