Pumptrackanlage in Steinheim Große Sprünge sind erst nächstes Jahr drin

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In Affalterbach gibt es bereits eine Pumptrackanlage. Eine weitere Berg- und Talbahn wird bald in Steinheim gebaut. Foto:  

Ausschuss sagt Ja zur Pumptrack-Anlage. Der Bau verzögert sich jedoch.

Steinheim - In Affalterbach hat sich die Pumptrackanlage beim Sportzentrum als großer Renner und Publikumsmagnet erwiesen. Insbesondere die jüngeren Semester rollen hier mit ihren Rädern über den hügeligen und kurvigen Parcours und vollführen dabei teils atemberaubende Sprünge. Bald haben Jung und Alt auch in Steinheim die Möglichkeit, die Schwerkraft für einen kurzen Moment auszutricksen. Denn auch in der Urmenschstadt soll eine Pumptrackanlage errichtet wurden. Den Grundsatzbeschluss dazu hatte der Gemeinderat schon gefasst, am Dienstagabend segnete der Ausschuss für Technik und Umwelt das Baugesuch ab.

Allerdings müssen sich Radfans aus nah und fern noch etwas gedulden, bis sie die Bahn tatsächlich in Beschlag nehmen können. Bürgermeister Thomas Winterhalter sagt auf Nachfrage, dass sich das Projekt verzögert habe. „Das geschah hauptsächlich Corona-bedingt“, erklärt er. Ursprünglich sollte die Pumptrackanlage im Juni dieses Jahres im Zusammenhang mit der Aktion Stadtradeln eingeweiht werden. Jetzt hat man als Eröffnungstermin den Frühsommer 2021 im Visier, sagt Thomas Winterhalter. Die Bagger sollen nach Möglichkeit im ersten Quartal des nächsten Jahres anrücken. Der Rathauschef geht davon aus, dass die Arbeiten dann relativ rasch vorwärtsgehen. „Das ist eine relativ überschaubare Baumaßnahme“, erklärt er. Und dazu auch eine, die die Stadt für vergleichsweise wenig Geld umsetzen kann. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Etwa die Hälfte übernehme der Verband Region Stuttgart, erklärt Thomas Winterhalter. Die Zuschüsse kämen aus dem Topf für den „Landschaftspark Neckar“. Die Kommune muss also dank der Fördergelder nur etwa 50 000 Euro selbst aufbringen. „Ich denke, somit ist das Projekt auch in Corona-Zeiten darstellbar“, sagt Winterhalter vor dem Hintergrund der Einnahmeausfälle, die den Kommunen derzeit wegen der taumelnden Wirtschaft drohen.

Errichtet wird die Pumptrackanlage auf einer Wiese, die bislang als Parkplatz fürs Wellarium genutzt wird. Auf diesem Grundstück werden die Grasnarbe und der Oberboden abgetragen, erläuterte Bauamtsleiter Frank Fussenegger im Ausschuss. Anschließend soll die Rohform der Berg- und Tal-Bahn mit Schotter vormodelliert werden. Zuletzt wird in Handarbeit und mit speziellen Maschinen der Asphalt aufgetragen und verdichtet. „Dann entstehen auch die Hügel“, erläuterte Fussenegger, der zudem betonte, dass nicht die ganze Fläche zugepflastert werde, sondern nur der Bereich, über den die Bahnen verlaufen. Drumherum wird frisch eingesät. Zudem sollen standortgerechte Gehölze gepflanzt werden. Über die grünen Inseln innerhalb des Parcours kann das Oberflächenwasser versickern. Das ganze Areal wird eingezäunt.

Die Räte begrüßten das Vorhaben einhellig. Rainer Breimaier von den Grünen hob insbesondere die günstige Lage hervor. Das Gelände befinde sich am Ortsrand, sodass mit keiner Lärmbelästigung zu rechnen sei. Zugleich sei das Areal aber auch nicht weg vom Schuss und gut erreichbar. „Die Lage ist sehr gut. Da kann man was draus machen“, pflichtete Horst Trautwein von der CDU bei. Der Christdemokrat wollte aber noch wissen, ob die Hütte dort erhalten bleibe. Diese sei bei Heranwachsenden ein beliebter Treffpunkt. „Die Hütte soll auf jeden Fall erhalten bleiben“, versicherte Frank Fussenegger. Tatsache sei aber auch, dass mit der Bahn um die 50 Parkplätze wegfallen, ergänzte der Schultes. „In den sauren Apfel werden wir beißen müssen“, meinte er.