Premiere von „1861 – der Lauf“ 61 Minuten ums Schiller-Denkmal

Von Sabine Baumert
Der Hauptlauf des Rennens findet in zwei Teilen statt. Foto: Ralf Poller/avanti

Der frühere Marbacher Gassenlauf hat zum ersten Mal im neuen Format auf der Schillerhöhe stattgefunden. Das Fazit: Gerne nächstes Jahr wieder!

„Nach 19 Jahren kann man mal etwas anderes machen“, sagte Achim Seiter vor dem Startschuss. Die ersten, die unter dem neuen Veranstaltungsnamen „1861 – der Lauf“ auf die neue Strecke gehen durften, waren die Jüngsten. Liam, Lavinia und ihre Altersgenossen aus den Jahrgängen 2017 und jünger trugen stolz ihre Nummern, als sie sich artig am Startpunkt aufstellten. 110 Meter war die Laufdistanz, geradeaus und gut von Mamas und Papas einzusehen. Die meisten kleinen Nachwuchsläufer und -läuferinnen trauten sich ganz allein auf die Strecke, manchen war es an der Hand von Mama dann doch lieber. Gewonnen haben Lukas und Clara.

Eine knusprige Brezel als Belohnung

Die etwas Älteren beim Brezellauf über 400 Meter konnten schon die Vorteile der neuen Laufstrecke im Oval durch den Park auf der Schillerhöhe genießen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sich gleichmäßig auf der Strecke verteilt und feuerten die jungen Sportlerinnen und Sportler den ganzen Lauf lang an. Auf der längeren Distanz kamen manche doch ein wenig ins Schnaufen und erreichten schließlich mit roten Bäckchen das Ziel. Die beiden Sieger Aron und Lotta jedoch liefen locker einen Vorsprung zum Feld heraus. Für alle gab’s hinterher – der Name des Wettlaufs sagt es ja auch schon – eine knusprige Brezel und ein Getränk als Belohnung.

61 Minuten auf einem 1,1 Kilometer langen Rundkurs

Das Hauptrennen der Erwachsenen findet im neuen Format in zwei Teilen statt. Ganz genau 61  Minuten lang ging es für die Teilnehmer aus Sportvereinen wie Silla Hopp, Teams mit spaßigen Namen und die Einzelläufer auf einem 1,1 Kilometer langen Rundkurs durch den Park.

Die bekanntesten Läufer waren sicher Jens Mergenthaler vom SV Winnenden, Vierter der Deutschen Meisterschaften über 3000 Meter, oder Nicola Goller von der TSG Heilbronn. Der Kenianer Isaac Kiprop Sing´Oei trainiert in seiner Heimat in einem Leistungszentrum und ist auf Einladung der International Runners Esslingen derzeit in Deutschland, um so viel Wettkampferfahrung wie möglich zu sammeln. In dem Verein trainieren viele Geflüchtete, so der stellvertretende Vorsitzende Ralph Koppenhöfer.

Für viel Stimmung sorgten unterdessen die Cheerleader der Dance Inspiration des TSV Großbottwar-Oberstenfeld in der Zielkurve. Die jungen Sportlerinnen ließen ihre lila-weißen Pompoms zu den Beats aus den Lautsprechern tanzen.

Der weltweit erste „Last Man Standing“-Laufwettbewerb?

Die besten zwölf Männer und die besten sechs Frauen aus dem 61-Minuten-Lauf durften schließlich im Endlauf antreten. Nur: Kurz vor Ende des ersten Rennens hatte es begonnen wie aus Kübeln zu regnen, und das Publikum flüchtete Gelände. Zum Glück gab es nebenan beim TV Marbach 1861, dem Veranstalter, Essen und Trinken und die Möglichkeit, dem Regen zu entkommen.

Zum Start des weltweit ersten „Last Man Standing“-Laufwettbewerbs, wie Achim Seiter das Finale nannte, wurde es wieder trockener – das treue Publikum kehrte zurück. Diesmal wurde in Runden gelaufen, und der oder die Schlechteste jeder Runde schied aus. Bei den Männern setzte sich schon früh ein Trio vom restlichen Feld ab. Jens Mergenthaler entschied das Rennen für sich, gefolgt von Fabian Kraft und Isaac Kiprop Sing`Oie. Bei den Frauen gewann Nicola Goller unangefochten vor Carmen Scharpfenecker und Amelie Gluma.

Der Auftakt von „1861- Der Lauf“ scheint also gelungen. Wird es 2023 dennoch wieder einen Gassenlauf alter Prägung geben? „Ganz bestimmt nicht“, so Achim Seiter. „Das hier war viel spannender.“