Pleidelsheim/Padel Am Ende haben doch zwei Deutsche die Nase vorn

Von
Insgesamt zehn Herren- und acht Damen-Paare waren in Pleidelsheim am Start. Foto: avanti

Pleidelsheim - Padel steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Anders als zum Beispiel in Spanien oder Lateinamerika, wo das Ganze ein Profisport ist, gibt es hierzulande nur wenige Plätze. Einen davon seit April in Pleidelsheim. Unter den rund 60 neuen Mitgliedern, die der TCP seither gewonnen hat, sind viele Südländer, die in der Region leben. Und dementsprechend war Spanisch auch neben Deutsch die dominierende Sprache, als der Verein am Wochenende erstmals ein Turnier der German Padel Series ausgetragen hat.

Ugo Margarit zum Beispiel, der zusammen mit seiner Frau Jimena Gonzalez Galino die treibende Kraft hinter dem Padel-Boom beim TCP ist, tritt gemeinsam mit seinem spanischen Kumpel Carlos Gironella an. Der 56-Jährige ist gerade in Deutschland zu Besuch, „und er ist in seiner Altersklasse einer der besten Padelspieler Spaniens“, weiß Jimena Gonzalez Galino. Margarit/Gironella schaffen es bis ins Halbfinale und treffen dort auf das Duo Gorrea/Martinez Montiel – auch die beiden sind Spanier, die hier in der Region leben. Es wird das längste und spannendste Spiel des Turniers und das einzige, das nicht in zwei Sätzen entschieden wird. Die vier Spieler zeigen alles, was Padel so interessant macht, ob schnelle Ballstafetten oder gefühlvolle Volleys. Am Ende haben Gorrea/Martinez Montiel mit 4:6, 7:5, 10:7 die Nase vorn.

Den Turniersieg holen sich am Ende aber doch zwei Deutsche: Oliver Strauss und Nico Heinemann kommen vom TC Grötzingen aus der Nähe von Karlsruhe. Die Gegend dort ist eine Art Padel-Hochburg in Süddeutschland. „Wir haben drei Vereine, in denen es Padel-Plätze gibt. Bei uns stehen seit drei Jahren zwei Courts“, erklärt Strauss. Seither spielt er Padel, aber nicht nur. 2017 war Strauss noch in der Tennis-Regionalliga der Herren 30 aktiv. „Von Mai bis Juli spiele ich intensiv Tennis. Ansonsten mittlerweile aber mehr Padel.“ Er hat sogar schon an der Senioren-WM teilgenommen. Sein Partner ist erst seit einem Jahr beim Padel, „das hatte auch gesundheitliche Gründe“, erklärt er. Denn Padel belastet die Gelenke weniger als Tennis.

Den beiden großgewachsenen Deutschen sieht man deutlich an, dass sie vom Tennis kommen. Ihre Technik sieht anders aus als bei den Spaniern, die zuerst mit dem Padel angefangen haben. Und sie spielen taktisch etwas anders, setzen auch häufiger mal auf Power und schmettern den Ball mit solcher Wucht ins gegnerische Feld, dass er hinten über die Wand fliegt. „Dabei sind wir eigentlich nicht dafür bekannt, besonders hart zu spielen. Da gibt es Teams, die noch weit mehr draufhauen“, sagt Strauss. Für ihn machen den Reiz am Padel vor allem zwei Dinge aus: „Man bekommt durch das Spiel mit der Wand immer wieder eine zweite Chance. Und da man auf kleinem Raum immer zu viert ist, ist Padel auch kommunikativer als Tennis.“

Und so wirkt das erste Turnier in Pleidelsheim vom Flair her eher wie eine Gartenparty. Es läuft nebenan Musik, während Strauss/Heinemann das Finale mit 6:3, 6:2 gewinnen. Es gibt Sangria und Chili – Padel ist eben ein südländisch geprägter Sport. Ein klein wenig stolz sind die Pleidelsheimer übrigens auf das Damen-Feld am Sonntag: Acht Paare sind am Start – es ist damit das größte Damen-Turnier, das es in Padel-Deutschland bisher gegeben hat. Sportlich ist es eine eindeutige Sache: Jimena Gonzalez Galino und ihre Partnerin Ana Valdes spielen sich überlegen zum Sieg.