Pläne werden konkret Affalterbach bekommt ein Hotel

Von Sabine Armbruster
Früher gab es in der ehemaligen Aufrecht-Villa fünf Zimmer für Gäste. Foto: Archiv (Oliver v. Schaewen)

Als einmalige Location mit einem wahnsinnigen Potenzial bezeichnet der künftige Betreiber das geplante Hotel-Restaurant bei der früheren Aufrecht-Villa.

Affalterbach - Wer in den vergangenen Jahren nach einer offiziellen Übernachtungsmöglichkeit in Affalterbach suchte, der hatte Pech. Doch das wird sich ändern. Spätestens im ersten Quartal des kommenden Jahres, möglicherweise schon Ende 2022, eröffnet in der Apfelbachgemeinde ein Hotel mit 98 Zimmern und einem Restaurant mit 140 bis 160 Plätzen. Betrieben wird es von der Familie Wahl, die derzeit für die Gaststätte Lamm in Aspach verantwortlich zeichnet.

Große Firmen als Hauptkunden

„Das Lamm war für uns nur eine durch Corona bedingte Übergangslösung“, sagte Toni Wahl im Gespräch mit dieser Zeitung. Zuvor war man mit dem Einhorn, ebenfalls Hotel und Restaurant, in Oppenweiler gewesen. Die Fühler nach Affalterbach hat die Familie bereits seit längerem ausgestreckt – im Juli 2019 wurde der Pachtvertrag unterschrieben. Der Kontakt sei über die HWA zustande gekommen, so Wahl. Von dem Projekt, für das die frühere Villa von AMG- und HWA-Gründer Hans Werner Aufrecht umgebaut und durch einen Neubau erweitert werden soll, ist der Gastronom restlos begeistert. „Das ist eine einmalige Location mit der Villa und dem Park. Das bietet ein wahnsinniges Potenzial“, schwärmt er regelrecht.

Das Potenzial sieht er darin, dass nicht nur AMG in unmittelbarer Nachbarschaft ist, sondern auch weitere namhafte Firmen wie Stihl oder Kärcher nicht weit weg ihren Sitz haben. „Mit Affalterbach können wir einen komplett neuen Landkreis erschließen, und es liegt an der Grenze zum bisherigen Rems-Murr-Kreis“, erklärt er.

Konzept fußt auf mehreren Säulen

Geplant ist, dass der Gebäudekomplex von Montag bis Donnerstag als Business Hotel genutzt wird, von Freitag bis Sonntag soll er als Eventhotel jedermann offenstehen – etwa für familiäre Feiern, aber auch für alle, die sich einen Tag Auszeit gönnen möchten: „Es wird einen kleinen Spa-Bereich geben, der auch als Day Spa genutzt werden kann.“ Dasselbe gilt für den Barbereich und natürlich das Restaurant, das, so Wahl, „gute Qualität für jedermann“ bieten soll.

Zugänglich gemacht werden soll auch der „märchenhafte“ Park mit seinem alten Baumbestand: „Das muss für alle wie ein Kurzurlaub sein“, macht der Unternehmer deutlich. Und er ist „felsenfest davon überzeugt, dass es funktionieren wird“. Nicht nur, weil das Konzept auf mehreren Säulen fußt, sondern auch, weil er festgestellt hat, dass die Leute durch die Corona-Einschränkungen regelrecht ausgehungert sind und wieder ausgehen, sich etwas gönnen wollen.

Dass das neue Hotel und Restaurant mitten im Industriegebiet liegt, sieht Wahl nicht als Problem: „Das vergisst man, wenn man den Park sieht. Von außen sieht man das riesige Grundstück gar nicht, das ist total romantisch.“

Projekt hat Hürden genommen

Auch Affalterbachs Bürgermeister Steffen Döttinger begrüßte das Vorhaben als eine Bereicherung für den Ort. Doch zunächst mussten Hürden genommen werden. Denn das erste Baugesuch von Ende 2017 war vom Gemeinderat abgelehnt worden, weil es nicht zum Bebauungsplan passte. Das zweite geänderte Baugesuch war zwar im April 2018 genehmigt worden, passiert war dann aber erst wegen eines zwischenzeitlichen Betreiberwechsels und dann wegen Corona zunächst nichts. Ob zusätzlich zum neuen Hotel-Restaurant in Affalterbach auch das Lamm in Aspach weiter betrieben wird, konnte Toni Wahl noch nicht sagen. „Das hängt davon ab, ob wir dort ein leistungsstarkes Team haben.“ Er selber und seine Frau würden sich jedenfalls intensiv um das neue Projekt in Affalterbach kümmern.