Periodenprodukte in Frankreich Universitäten stellen bald kostenlose Binden und Tampons zur Verfügung

Von
Nicht immer haben Frauen ausreichend Geld, um sich Binden oder Tampons zu kaufen (Symbolbild). Foto: AFP/LOIC VENANCE

Wie andere Hygieneartikel kosten auch Binden und Tampons viel Geld. Nicht jede Frau kann sich das leisten. Deshalb soll es die Produkte an französischen Universitäten bald kostenlos geben.

Paris - An Frankreichs Universitäten soll es bald gratis Periodenprodukte geben. Hochschulministerin Frédérique Vidal kündigte am Dienstag an, dass in den kommenden Wochen Spender beim Gesundheitsservice an den Universitäten und in Wohnheimen des Studierendenwerks aufgestellt werden sollen, wie aus einem Schreiben ihres Ministeriums hervorgeht. Mit der „Rentrée“, dem Beginn der Kurse im Herbst, sollen die Verteiler für Periodenprodukte dann auf dem Campus vorhanden sein und umweltfreundliche Artikel enthalten.

Wie Vidal auf Twitter schrieb, ist eine von drei Personen im Hochschulwesen von Periodenarmut betroffen. Das bedeutet, dass sie nicht immer ausreichend Geld haben, um sich etwa Binden oder Tampons zu kaufen. Einer aktuellen Studie unter französischen Studierenden zufolge mussten sich 13 Prozent der mehr als 6500 Befragten schon zwischen dem Kauf von Periodenprodukten und einem anderen zum Leben notwendigen Gut entscheiden. Ein Drittel gab an, finanzielle Hilfe zu benötigen, um ausreichend Periodenprodukte zu haben. Die Studie befragte neben Frauen auch Trans-Männer und nicht-binäre Menschen, also Menschen, die sich außerhalb der Einteilung in zwei Geschlechter verorten.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, gibt es Spender für Tampons und Binden seit Ende 2020 bereits in gut 30 Oberschulen im Land. In diesem Jahr sollen weitere Verteiler in Hunderten Einrichtungen folgen. Die Stadt Annecy nahe der Schweizer Grenze hatte demnach angekündigt, noch in diesem Monat Verteilstationen für Periodenprodukte bei der Uni aufzustellen.