Orkan für die Nacht auf Montag gemeldet Sabine fegt durchs Bottwartal

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Der Orkan Sabine soll zwischen 6 und 9 Uhr aktiv sein. Foto: Archiv (fotolia)

Der Orkan kommt – wie heftig es wird, verrät Wetterexperte
Yannick Garbe, der auch Tipps zum Verhalten gibt.

Bottwartal - Der Orkan Sabine wird in der Nacht auf Montag auch den Raum Marbach und das Bottwartal heimsuchen. Wie heftig es wird, wollten wir von Yannick Garbe wissen, der das lokale Wetter in unserer Zeitung regelmäßig vorhersagt und Tipps gibt, was beim Orkan zu beachten ist.

Wie schwer wird das Orkantief gerade den Raum Marbach und das Bottwartal voraussichtlich treffen?

Nach aktuellen Berechnungen der Wettermodelle wird uns der Sturm in der Nacht zu Montag mit seiner vollen Stärke erreichen. Gerade zu Beginn des Berufsverkehrs zwischen 6 und 9 Uhr zieht die Kaltfront von Orkan Sabine über das Bottwartal, in diesem Zeitraum gibt es die stärksten Böen im Bottwartal.

Wie stark wird der Wind wehen?

Ich rechne mit schweren Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern in den Niederungen. Auf den umliegenden Hügeln und im Schwäbischen Wald sind bis zu 120  Stundenkilometer nicht ausgeschlossen. Ab einer Windgeschwindigkeit von 118  Stundenkilometern spricht man übrigens von voller Orkanstärke, ab 103 Stundenkilometer sind es orkanartige Böen.


Wie anfällig ist unser Raum bei Orkanen?

Generell können fast alle Gebiete in Mitteleuropa von einem Sturmtief oder Orkan heimgesucht werden. Dabei gilt: Je höher der Ort liegt, desto stärker ist er dem Sturm ausgesetzt. Die Windstärke nimmt mit der Höhe zu, in den Tälern wird er von umliegenden Hügeln ausgebremst. Im Bottwartal ist man daher eher etwas geschützt, aber gerade beim Durchzug einer Kaltfront kann der Höhenwind vorübergehend auch die Tallagen erreichen – so wie voraussichtlich am Montag.

Wie ist der genaue Verlauf des Orkans – und vor allem: Wann flaut er ab?

Der Wind legt im Laufe des Sonntags schon spürbar zu, am Nachmittag erreichen die ersten stürmischen Böen das Bottwartal. Richtig ruppig wird es ab Mitternacht, wenn das Sturmfeld von Westen die Region erreicht. Die stärksten Böen werden wie gesagt für Montagmorgen zwischen 6 und 9 Uhr erwartet. Auch im Tagesverlauf bleibt es weiter sehr stürmisch, mit schweren Sturmböen bis zur Mittagszeit. Erst am Abend lässt der Sturm bei uns spürbar nach.

Woran sollten wir denken, wenn wir uns auf den Orkan vorbereiten?

Der Aufenthalt in der Nähe von Bäumen oder im Wald sollte ab Sonntagnachmittag vermieden werden. Lose Gegenstände im freien wie Tische, Stühle, Planen oder Mülleimer sollten gegen den Sturm gesichert werden. Straßen und Bahnlinien in Waldnähe werden am Montagmorgen stark beeinträchtigt sein, auch das sollte man unbedingt mit einplanen.

Ist Orkan Sabine mit seinen Vorgängern Lothar, Kyrill und Wiebke vergleichbar?

Der Orkan Lothar von 26. Dezember 1999 war der stärkste Sturm der letzten 100  Jahre im süddeutschen Raum. Damals gab es auch im Flachland vollen Orkan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140  Stundenkilometern, wodurch bei uns große Schäden in den Wäldern entstanden. Solche Geschwindigkeiten erwarte ich für Montag im Bottwartal nicht. Lothar war ein sehr starkes, aber recht kleinräumiges Randtief, das nur die Südhälfte Deutschlands beeinflusste. Bei der aktuellen Lage sieht das ganz anders aus. Das Sturmfeld von Orkan Sabine wird von der Nordsee bis zu den Alpen reichen. Eine ähnliche Lage gab es am 19. Januar 2007, als Orkan Kyrill über Deutschland fegte.