Oberstenfelder Schule Die Kosten bereiten Sorgen

Von
Die aktuell steigenden Kosten für die Schulsanierung kommen bei den Beratungen immer wieder auf den Tisch. Foto: /Werner Kuhnle

Die Gemeinde Oberstenfeld will bei der Sanierung der Lichtenbergschule sparsam vorgehen, muss aber auch mit steigenden Baukosten rechnen.

Oberstenfeld - Wenn eine Schule saniert wird, fallen hohe Kosten an. Das ist auch in Oberstenfeld nicht anders. Dort will die Gemeinde das Gebäude II der Lichtenbergschule wieder auf Vordermann bringen. Sie rechnet für mit Kosten von rund vier Millionen Euro. Der Gemeinderat diskutierte jüngst über Materialien und mögliche Einsparpotenziale – dabei wurde aber auch deutlich: Eine Kostensteigerung von 96 000 Euro gegenüber dem Ansatz der Februarsitzung mit damals 3,98 Millionen Euro ist offenbar unvermeidlich.

Die Ausgaben für das Großprojekt, das Anfang 2022 beginnen soll, waren schon im vorigen Jahr ein Thema. Im Gemeinderat einigte man sich zunächst auf einen Kostendeckel von 3,6 Millionen Euro für die Grundschulsanierung. Die Bremse wegen schwieriger Finanzen war in diesem Februar schon nicht mehr zu halten. Es hieß, die Kosten würden auf rund vier Millionen Euro hochschnellen. Die Verwaltung hielt seitdem mit dem Architekten Ausschau nach weiteren Einsparmöglichkeiten.

Bürgermeister befürchtet steigende Preise

Im März lag der Verwaltung die finale Kostenberechnung des Architekten vor. Sie lag bei 4,16 Millionen Euro. Die Suche nach Sparpotenzialen hielt an, und man liegt jetzt bei rund 4,08 Millionen Euro – was jener Steigerung um 96 000 Euro gegenüber Februar entspricht. In der Sitzung wurde deutlich: Die Gemeinde hat in einigen Posten gespart, in anderen musste sie mit zum Teil unabwendbaren Mehrausgaben fertig werden.

Alles in allem ist unsicher, ob auch diese Kostenschätzungen überhaupt einzuhalten sind. Denn die Preise auf dem Baumarkt sind stark gestiegen. Die Gemeinde muss das Ergebnis der Ausschreibung in der zweiten Jahreshälfte abwarten. „Wir wissen alle, wohin die Baupreise gehen – da wird sicher noch etwas auf uns zukommen“, sagte der Bürgermeister Markus Kleemann.

Im Einzelnen wird teurer: 11 000 Euro mehr für das Dach, da die Abläufe bisher zu klein dimensioniert sind. 10 000 Euro werden für eine Prüfstatik fällig, falls das Landratsamt Ludwigsburg sie verlangt. Andere gesetzliche Vorgaben wie eine Glasstatik oder ein Vorhang im Eingangsbereich werden das Projekt zusätzlich um 36 000 Euro verteuern.

Vertrauliche Büros brauchen besseren Lärmschutz

Den höheren Ausgaben stehen Einsparungen von etwa 20 000 Euro gegenüber. Akustikplatten aus Holz statt Gips, die Erneuerung alter Geländer statt neuer Brüstungen und der Verzicht auf ein Stuhllager sind Teile des Sparkonzepts.

Investieren wird die Gemeinde bei der Sanierung aber auch. Dazu zählt der Lärmschutz mit 10 000 Euro für sogenannte Vertrauliche Büros, wie etwa das des Rektors und des Konrektors sowie den Erste-Hilfe-Raum, in dem eben auch vertrauliche Gespräche geführt werden sollen. Die bisherigen Büroräume entsprechen mit ihrer Akustik laut Bauamt nicht mehr der Norm. Weitere 10 000 Euro mehr werden für einen einheitlichen Fußbodenbelag vor der Verwaltung fällig, um ein Anstückeln des alten Belags vor dem Aufzug zu verhindern.

Die Auftragsvergabe erfolgt in drei Paketen

Die Ausschreibung soll in drei Paketen über die Bühne gehen. Die ersten beiden Pakete zum Außenausbau sollen im September und im Dezember vom Gemeinderat beschlossen werden. Danach folgt noch die Auftragsvergabe für den Innenausbau. Das Gebäude soll 2023 bezugsfertig sein.

Projektgruppe für die Sanierung

Beteiligung
Der Gemeinderat hatte sechs Personen aus seiner Runde für die Materialauswahl benannt. Die wichtigsten Ergebnisse: Die Außenfassade wird lebendig gestaltet. Sie besteht aus Aluminium auf einer Vollholzschalung und Windschindeln. Der Boden im Innern wird mit gelbem Linoleum gestaltet. Robuste und langlebige Materialien wurden ausgewählt. Holzelemente und Stein prägen das Innere, aufbauend auf dem bestehenden Interieur.

Sicherheit
Der Gemeinderat Michael Meder erkundigte sich, ob sich die Schulkinder an der durch die Sonne erhitzten Alu-Fassade verbrennen könnten. Das verneinte die Verwaltung jedoch nach Rücksprache mit den Ingenieuren.