Oberstenfeld/Tennis Ein unberechenbarer Gegner für den TCO

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Für Steffen Gundermann und die TCO-Herren wird es im Kampf um den Klassenerhalt langsam eng. Foto: Archiv (Alexander Becher)

Da die Tennis-Württembergliga in diesem Jahr nur aus sieben statt acht Mannschaften besteht, gibt es nach derzeitigem Stand der Dinge auch nur zwei statt drei Absteiger. Möglicherweise wird es aber auch nur einen treffen. Doch so oder so: Mindestens einen Sieg brauchen die Herren des TC Oberstenfeld, um die Klasse zu halten. In den ersten drei Partien der Saison – allesamt auswärts – ist dies noch nicht gelungen. In den drei noch ausstehenden Heimspielen soll sich das nun ändern – am besten gleich am Sonntag (ab 10 Uhr) gegen den TV Reutlingen II.

Die Zweitliga-Reserve des TVR gehört seit Jahren zu den unberechenbaren Teams der Liga. Denn es ist immer ungewiss, wer bei ihnen antritt. Zudem wird die Besetzung gegen Ende der Saison meist schlechter, wenn dann nämlich die Runde in der 2. Bundesliga begonnen hat und der ein oder andere, der vorher noch in der zweiten Mannschaft gespielt hat, dann in der ersten eingesetzt wird. Diesbezüglich meint es der Spielplan nicht gut mit dem TC Oberstenfeld, denn die zweite Liga startet erst nächstes Wochenende. „Das ist sicher ein Nachteil für uns. Wobei Reutlingen zuletzt auch in guter Aufstellung gegen Bad Schussenried verloren hat“, sagt TCO-Kapitän Julian Schöller, dem diese Niederlage des TVR gar nicht so recht ist: „Die wollen sicher nicht absteigen und werden wohl sich gegen uns nochmal möglichst stark aufstellen“, fürchtet er.

Die TCO-Herren müssen also mit fast allem rechnen. So haben an Position eins der Reutlinger bislang in drei Partien drei verschiedene Spieler auf dem Platz gestanden. Allerdings haben sowohl Florian Fallert als auch Jakob Sude (der 2013 eine Saison für den TCO aktiv war) und Stephan Hoiss noch kein Match gewonnen. Der Punkt von Jordan Correia ist für den TCO praktisch Pflicht. Sollte Florian Fallert, der nach den bisherigen Ergebnissen offenbar weit entfernt von der Form vergangener Jahre ist, an zwei spielen, scheint auch hier für die Oberstenfelder durch Kirill Anton der Punkt möglich. Kommt jedoch nur einer der drei bisherigen TVR-Spitzenspieler zum Einsatz, würde wohl der Argentinier Leandro Portmann auf zwei rücken – und der scheint derzeit der stärkste Spieler im Reutlinger Team zu sein.

Eine Bank war in den vergangenen Jahren meist Routinier Peter Mayer-Tischer, pikanterweise in der Murrer First Line-Akademie der Trainer von Kirill Anton. Ob an drei oder vier – er dürfte für die Oberstenfelder eine harte Nuss werden. Das Gleiche gilt für Reutlingens Spielertrainer Daniel Stöhr, den früheren Deutschen Jugendmeister Nico Hornitschek oder Kevin Hümpfner, die auf derTVR-Meldeliste folgen und allesamt schon im Einsatz waren. „Das ist ein großer Verein, die haben hinten raus sehr viele starke Leute“, weiß Julian Schöller.

Das Hauptproblem der Oberstenfelder: Schöller, Steffen Gundermann und Patrick Kienzle sowie die an Position sechs rotierenden Torben Traub, Emil Rast und Ari Schwidder haben bislang von insgesamt zwölf Einzelmatches erst eins gewonnen. „Wir haben alle beruflich bedingt sicher nicht die Trainingsintensität, die für diese Liga optimal wäre. Es sind einfach auch starke Gegner. Andererseits reicht ja oft ein Sieg aus, damit der Knoten platzt“, hofft Schöller. Der Sonntag wäre dafür ein sehr guter Zeitpunkt.