Oberstenfeld - Um es vorwegzunehmen: Das Jahr 2018 ist für die Gemeinde Oberstenfeld ein gutes. Einerseits stabilisieren sich die Finanzen dank hoher Steuereinnahmen, andererseits nimmt die Gemeinde wichtige Projekte in Angriff, wie etwa die Sanierung des Stiftsgebäudes und des Freibades oder planerisch die Gronauer Ortskernsanierung oder die Digitalisierung von Prevorst und anderen Teilen Oberstenfelds. Notwendiges hat Vorrang, Wünschenswertes muss warten, so lautet die Devise. Der konsequente Sparkurs treibt dann schon mal Blüten, wie das Beispiel der Brücke an der Dürrenstraße zeigt, doch der Gemeinderat hält auch 2018 die Balance zwischen Sparen und nötigem Investieren. Not macht aber durchaus auch erfinderisch. So gelingt den Bürgervertretern ein Husarenstück, indem sie den Prevorster Kindergarten im Mai zum Natur-Erlebnis-Kindergarten umwidmen, als die Einrichtung wegen fehlender Kinder aus Prevorst kurz vor der Schließung steht. Das entlastet die proppenvollen anderen Kitas und schafft zum Jahr 2019/20 Anreize, eine alternative Betreuungsform auszuprobieren. Bereits mit dem Beschluss, die Hausmeisterwohnung am Kinderhaus Bäderwiesen für 190 000 Euro zum Gruppenraum zu machen, beweisen die Räte Mut zum kostenbewussten Improvisieren. Trotzdem soll der Raum den Ansprüchen einer qualifizierten Betreuung genügen. Auch wenn die kommenden Jahren laut Finanzplanung keine leichten werden, steht Oberstenfeld alles andere als perspektivlos da. Die Gemeinde braucht allerdings Geduld, denn das Neubaugebiet Dürren IV hängt ebenso in der Warteschleife wie der Verkauf von Werzalit, der den Weg für Investoren auf dem Gewerbegelände freimachen könnte.