Oberstenfeld Das größte „Platsch“ im Bottwartal

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Im Oberstenfelder Freibad ist eine Arschbombenmeisterschaft ausgetragen worden.

Oberstenfeld - Spritzerloses Eintauchen wie bei anderen Sprungmeisterschaften ist am Montag im Mineralfreibad Oberes Bottwartal nicht gefragt gewesen. Im Gegenteil. Bei der Arschbombenmeisterschaft ging es um das größte Platsch. Möglichst hoch, möglichst auch über den Beckenrand hinaus sollte das Wasser spritzen. Mancher der jungen Teilnehmer erzeugte Fontänen, die einen Springbrunnen hätten neidisch werden lassen.

Doch auch die Haltungsnoten werden bewertet, erklärte Daniela Schulze, die gemeinsam mit ihren Kollegen Laura Möhle und Alexander Haag die Jury bildete: „Man sollte möglichst mit dem Hintern zuerst aufkommen.“

Die Kinder und Jugendlichen, die in den Altersgruppen fünf bis acht Jahre und neun bis 14 Jahre antraten, hatten allerdings ihre ganz eigenen Techniken entwickelt, um möglichst viel zu spritzen. Da gab es welche, die graziös ein Bein nach vorne streckten – größere Aufprallfläche, mehr Platsch. Der 14-jährige Jonas, der im Vorjahr in seiner Klasse gewonnen hatte, zeigte gar eine tadellose Schraube oder einen Rückwärtssalto, bevor er mit einem wohlberechneten Spritzwinkel im Wasser landete. Andere schafften es, dem Tipp von Schwimmmeister Andreas Petry zu folgen und ein wenig den Rücken nach hinten zu beugen – auch das platscht mehr als das klassische „Päckchen“.

Doch auch das muss man sich vom Dreimeterbrett erst einmal trauen. Die zehnjährige Marjana, die mit ihrer Familie extra aus Bietigheim gekommen war, hatte so viel Mut. Das beeindruckte sogar den Mann vom Fernsehen, das extra zum Dreh ins Bottwartal gekommen war. „Was würdest du den anderen Mädchen raten?“, wollte der Moderator wissen. „Immer ganz klein machen“, meinte Marjana. Das tut zumindest beim Aufprall weniger weh.

Insgesamt 20 wagemutige Wasserratten hatten sich dieses Mal für die Meisterschaft in Oberstenfeld angemeldet. Der achtjährige Mika allerdings hatte nach den ersten Sprüngen vom Einser keine rechte Lust mehr. „Vom Dreier kann er keine Arschbombe und will sich wohl nicht blamieren,“ verriet seine Mutter.

Die Angst hätte Mika aber gar nicht haben müssen. Denn vorrangig ging es um den Spaß beim Springen. Und den hatten alle erkennbar. Auch die Zuschauer, die auf der Tribüne saßen. Immer wieder gab es spontanen Applaus für ein besonders gut gelungenes „Päckchen“, immer wieder ertönten laute Anfeuerungsrufe.

Im letzten Jahr sei allerdings noch deutlich mehr losgewesen, bedauerte die Betriebsleiterin Ute Kuttner: „Das Wetter macht uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung.“

Die Meisterschaft in der Klasse bis 14  Jahre entschied nach einem Kopf-an Kopf-Rennen mit Jannis Bracher Vorjahressieger Jonas König für sich. Bei den Jüngeren siegte Christof Katkow, gefolgt von seiner Schwester Fiona. Verlierer gab es keine. Am Ende ging jeder mit einer Urkunde und einem Preis nach Hause. Und kann seine Arschbomben am 7. August um 18.15 Uhr im SWR Fernsehen bewundern.