Oberstenfeld Brücke treibt Bauamt zur Verzweiflung

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Immer noch ist die Brücke an der Dürrenstraße gesperrt – die Passanten wundern sich. Foto: Oliver von Schaewen

Oberstenfeld - Die Brücke an der Dürrenstraße ist zum Gemeindegespräch geworden. Das liegt weniger an ihrer Form als viel mehr daran, dass sie seit Monaten gesperrt ist. Passanten wundern sich, warum dieser Zustand so lange anhält. Schließlich müssen Fußgänger und Radfahrer auf die Straße ausweichen – was nicht immer ganz ungefährlich ist. Autos und andere motorisierte Gefährte beanspruchen den Hauptteil der Fahrbahn auf der breiteren Brücke nebenan.

Des Rätsels Lösung ist im Oberstenfelder Bauamt zu finden. Dort befasst sich Hans-Dieter Helber mit dem Problem – und ist alles andere als begeistert. „Eigentlich hätte sich schon vor zwei Monaten etwas tun müssen“, sagt der Ingenieur in Diensten der Bottwartalkommune. Wo es genau hakt, vermag Helber nicht zu sagen. Der beauftragte Schlosser habe sich Zeit ausbedungen. Was das Bauamt zunächst befürwortete: „Erst wenn die Brücke aufsitzt, könne er die Abstände der vier Lager genau bestimmen“, gibt Hans-Dieter Helber die geplante Vorgehensweise wieder. Das Problem: Die neu gebaute Brücke ist seit drei Monaten da – die Lager dafür aber bis heute nicht.

Am Anfang habe man noch ein gewisses Verständnis für die Lieferschwierigkeiten gehabt, sagt Hans-Dieter Helber. Schließlich sei bekannt, dass die Auftragsbücher der Fachbetriebe dick gefüllt seien. „Letztlich dauert mir das aber zu lange.“ Erst vor wenigen Tagen habe er deshalb mit dem Verbandsbauamt Großbottwar besprochen, beim Schlossereibetrieb nochmal genauer nachzuhaken. „Wir müssen wissen, wer etwas nicht richtig gemacht hat und für die Verzögerungen verantwortlich ist.“ War es der Schlosser selbst, der möglicherweise Pläne nicht richtig erstellt hat? Oder hat der Hersteller den Auftrag zurückgestellt, weil in vielen Teilen Deutschlands derzeit Brücken erneuert und Lager gebraucht werden? Normalerweise sollte eine solche Information durch einen Anruf beim Schlosser geklärt werden können, doch das scheint in diesem Fall gar nicht so einfach zu sein. „Ich versuche seit zwei Wochen täglich das Unternehmen zu erreichen: vergeblich“, sagt Hans-Dieter Helber, der darüber ziemlich verärgert ist. Derzeit liege die Brücke auf vier Holzklötzen auf. Der Einbau der Lager selbst könne relativ schnell über die Bühne gehen, doch müssten die statischen Voraussetzungen dafür erfüllt sein. „Ich habe jetzt alle Beteiligten angeschrieben und hoffe auf eine baldige Rückmeldung.“ Dafür dass die Brücke überhaupt in der Ausführlichkeit saniert werden konnte, bedurfte es zwei Gemeinderatsentscheidungen (wir berichteten). Im Mai 2018 hatte eine Mehrheit aus Freien Wählern und CDU-Räten mit 10:8 für eine Sparvariante gestimmt, die nur 65 000 Euro gekostet hätte. Doch als die marode Holzbrücke frei lag, stellten sich größere Schäden heraus. die vorher nicht erkennbar gewesen waren. Die Sanierung kostet die Gemeinde nach dem zweiten Beschluss im Juni 120 000 Euro.