Obama und Springsteen im Podcast Wer ist hier der Boss?

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2016 im Weißen Haus: Bruce Springsteen mit Michelle und Barrack Obama Foto: imago/Zuma Press

Ex-Präsident trifft Rockstar: Im Spotify-Podcast reden Barack Obama und Bruce Springsteen über ihre Vorstellungen von Amerika.

Stuttgart - Zwei Ikonen, eine des weißen und eine des schwarzen Amerika, treffen sich zum Gespräch: Bruce Springsteen und Barack Obama. Der Singer/Songwriter Springsteen ist ein Sprachrohr der kleinen Leute, die sich so oft überhört fühlen, Obama der lebende Beweis dafür, dass der schwarze Sohn einer Alleinerziehenden es zum Juristen und US-Präsidenten bringen kann.

„Renegades: Born in the USA“ heißt das Format, es ist Teil der jüngsten Podcast-Offensive des Streaming-Dienstes Spotify. Im Trailer auf Youtube sitzen die beiden in Springsteens Wohnzimmerstudio mit Mikrofonen und Instrumenten. „Er ist eine Rock’n’Roll-Ikone – und ich bin nicht so cool“, kokettiert der Altpräsident, der in seiner Amtszeit näher am Popstar-Status war als jeder seiner Vorgänger.

Einblicke in Familiengeschichten

Was die Männer aus sehr unterschiedlichen Sphären verbindet? „Wir haben beide unsere individuelle Suche nach Sinn, Wahrheit und Gemeinschaft verknüpft mit der größeren Geschichte von Amerika“, sagt staatstragend Obama – und Springsteen, auch „der Boss“ genannt, überlässt dem Elder Statesman die Gesprächsführung. Der Trailer gibt Einblicke in beider Kindheit und Jugend, die der eine in einer Kleinstadt in New Jersey erlebt hat und der andere auf Hawaii.

Die Gespräche drehen sich um alle Bereiche des Lebens, um Familie, Rassismus, die Zukunft Amerikas. Einen Vorgeschmack gibt bereits der Trailer: „Mein Vater hat sich für seine Familie geschämt“, sagt Springsteen. „Das war mein männliches Vorbild, damit musste ich umgehen.“ Obama schließt an: „Mein Vater hat uns verlassen, als ich zwei war. Ich habe ihn erst mit zehn kennengelernt, als er zu Besuch kam. Da habe ich keine Möglichkeit gefunden, eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Er war nur ein Fremder, der plötzlich bei uns aufgetaucht ist.“

Die beiden können zur Versöhnung beitragen

Um die „amerikanische Idee“ gehe s ihnen, sagt Obama, und meint: Das große Freiheits- und Glücksversprechen, das die USA lange zum Sehnsuchtsort für Menschen in aller Welt gemacht hat, ehe vier Jahre der Demagogie und der Lügen es arg ramponiert haben. Springsteen und Obama treten nun an, es zu reparieren. Mit ihrer Freundschaft über gesellschaftliche Grenzen hinweg ist ihnen zuzutrauen, das sie beitragen können zur Heilung der gespaltenen Nation, die der neue US-Präsident Joe Biden unablässig beschwört.