Neues Baugebiet Vom Wunsch, in Affalterbach zu bleiben

Von Sabine Armbruster
Im Februar fand der Spatenstich für das neue Baugelände statt. Foto: /Werner Kuhnle)

In der Apfelbachgemeinde gibt es erstmals seit zwanzig Jahren wieder ein Baugebiet. Ein Bürger hat eine Ermäßigung der Grundstückspreise für Einheimische angeregt. Noch stehen die Preise aber gar nicht fest.

Noch sind keine Kriterien für die Bauplatzvergabe im neuen Baugebiet Hinter dem Kirchhof festgelegt, aber schon wird klar: Das Interesse an den 27 Bauplätzen, die dort entstehen sollen, ist groß. Das überrascht nicht. Immerhin ist es das erste Baugebiet, seit vor 20 Jahren der Nähere Grund erschlossen wurde. Wenig überraschend auch, dass vor allem Affalterbacher dort gerne bauen würden.

Ungewöhnlich war dagegen die mit einem Wunsch verbundene Frage, die ein Bürger in der jüngsten Gemeinderatssitzung und schon zuvor per E-Mail an die Verwaltung herangetragen hat: „Wäre es angesichts der massiven Verteuerung von Baugrundstücken für die Gemeinde eine Option, einen gewissen Prozentsatz zu einem reduzierten Bodenrichtwert zu verkaufen? Das würde Affalterbachern die Möglichkeit geben, in unserem schönen Ort zu bleiben.“ Denn, so führte der junge Mann weiter aus: „Auf dem freien Markt sehen viele keine Chance, und die Gemeinde könnte die Träume vom Eigenheim unterstützen.“

Der Gemeinderat entscheidet über die Vergabekriterien

Der Rathauschef entgegnete, man habe die E-Mail-Anfrage an den Gemeinderat weitergeleitet. Allerdings werde erst in der Sitzung vom 5. Mai über die Vergaberichtlinie entschieden, und dem wolle und könne er nicht vorgreifen. „Wir werden den Vorschlag in unseren Herzen bewegen“, versicherte er. Bei einer früheren Gelegenheit hatte er erklärt, preiswerter Wohnraum solle Hinter dem Kirchhof nicht entstehen. Dafür sei das Gelände am Feuersee vorgesehen. Dieses wurde mittlerweile als Sacheinlage in die Bürgergenossenschaft Wohnen des Landkreises eingebracht.

Ausweisen von Wohnraum wird leichter

Weitere Chancen, in Affalterbach zu bauen, könnten sich dadurch ergeben, dass die Gemeinde nun offiziell zur Siedlungsachse zwischen Marbach und Backnang gehört und damit mehr Freiheiten beim Ausweisen von Wohnraum bekommt. „Wir müssen aber jetzt erst mal eruieren, was das für uns bedeutet, das kommt erst mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans“, bremste der Rathauschef Erwartungen. „Ich bin gespannt, wie viele Quadratmeter uns dann zur Verfügung stehen. Allzu viele Möglichkeiten gibt es allerdings wegen der Landschaftsschutzgebiete nicht.“ Im Näheren Grund gebe es jedoch zum Teil sehr große Grundstücke, und vielleicht trenne sich mancher von einem Teil davon, wenn die Grundsteuerreform komme.

Immerhin: Die Erschließung des Gebiets Hinter dem Kirchhof macht Fortschritte. Sämtliche Wasser- und Hausanschlussleitungen seien schon verlegt worden, fertig sein soll die Erschließung Ende Oktober. Bauplätze könnten wohl ab Juni vergeben werden, je nachdem, ob der Gemeinderat dem bis dahin vorgeschlagenen Punktesystem zur Vergabe zustimmt oder nicht.