Neuer Geschäftsführer der Bottwartaler Winzer Zukunft soll auch in Hotellerie und Gastronomie liegen

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Uwe Ziegler ist seit Montag im Amt. Foto: Werner Kuhnle

Uwe Ziegler ist neuer Geschäftsführer der Bottwartaler Winzer. Der 56-Jährige will einiges verändern.

Großbottwar - Bereits Mitte Dezember hatte Bastian Remkes die Bottwartaler Winzer verlassen. Bis jetzt, also rund fünf Monate lang, versuchte es die Genossenschaft daraufhin ohne Geschäftsführer. Geändert hat sich das diese Woche. Seit Montag ist mit Uwe Ziegler ein Neuer im Amt – und er hat einiges vor, wie er am Freitagvormittag in einem Besprechungsraum der Winzer erklärt.

Seine Vision einer besseren Zukunft beinhaltet hauptsächlich zwei Punkte: „Zum einen muss das Image der Bottwartaler Winzer schnellstens verbessert werden. Ich glaube, das ist nicht gerade das beste. Und zum anderen möchte ich die Umsatzzahlen nach oben bringen. Ich möchte andere Nischenbereiche finden“, sagt der 56-Jährige. Dass dies vor ihm schon einige Geschäftsführer bei den Bottwartaler Winzern in den vergangenen Jahren versucht haben, ist ihm bewusst. Auch, dass sein Stuhl in den vergangenen Jahren fast schon einem Schleudersitz glich – und dennoch lässt er sich davon nicht beirren. „Ich bin mir der Verantwortung und Herausforderung bewusst. Das ist ein langfristiges Projekt, das da vor mir liegt. Ich würde hier gerne in Rente gehen“, erklärt der Vater zweier Kinder, der in Neckartailfingen wohnt.

Was ihn und seine Vorhaben von den bisherigen Geschäftsführern unterscheidet? „Im Gegensatz zu ihnen bin ich seit 40 Jahren in der Hotellerie und Gastronomie unterwegs, da kann man voraussetzen, dass ich ein paar Leute kenne. Mit meinem Netzwerk kann ich, glaube ich, mehr bewegen als meine Vorgänger“, sagt er. Sein Ziel: Der Umsatz soll vor allem in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Getränkefachhandel wachsen. Bislang mache der Lebensmitteleinzelhandel fast den kompletten Umsatz der Bottwartaler Winzer aus, nur ein minimaler Bruchteil werde in den anderen Sparten erzielt. „Das will ich ändern. Denn in diesen Sparten bleibt pro verkaufter Flasche deutlich mehr hängen.“ Nicht nur in Baden-Württemberg, sondern vor allem in Nordrhein-Westfalen und Bayern, am Ende aber deutschlandweit möchte er hier agieren. Ein Anfang sei in dieser Woche neben den zahlreichen Gesprächen mit den eigenen Mitarbeitern auch schon gemacht worden. „Ich habe bereits einen renommierten Neukunden gewonnen, der ein Hotel eröffnen wird“, berichtet Uwe Ziegler.

Sein beruflicher Werdegang begann übrigens mit einer Ausbildung als Koch, ehe er ein Studium als Hotelbetriebswirt absolvierte. Sein Weg führte ihn dann zur Weinwelt Mack & Schühle und nach deren Fusion und anschließenden De-Fusion mit Benz Wein zu eben diesem Getränke-Fachgroßhandel, wo er insgesamt am Ende fast 23  Jahre lang wirkte. Erst als Außendienstler, später als Vertriebsleiter und dann als Geschäftsführer. Zuletzt war er bei der Einkaufsgenossenschaft für Hotellerie und Gastronomie Hogast in München angestellt. „Durch den Hinweis von einem Freund bin ich dann auf die Anzeige der Bottwartaler Winzer aufmerksam geworden, da er der Meinung war, das würde genau zu mir passen. Hinzu kam, dass ich wieder zurück ins Wein-Business wollte – und nun bin ich hier“, sagt der neue Geschäftsführer.

Sein Bewerbungsgespräch fiel übrigens direkt auf den ersten Tag der Corona-Krise. „Da wusste ich nicht, ob Ausgangsbeschränkungen kommen und ich wirklich kommen kann“, erzählt er. Als schlechtes Omen sah er dies aber nicht an. Alles in allem kann er sich mit der aktuellen Situation ganz gut arrangieren. „Es ist besser, in so einer Zeit anzufangen, als einen Betrieb zu übernehmen, der in einer guten Zeit auch noch ganz obenauf ist“, findet er.