Neue Pläne des Street-Art-Künstlers Kunstort statt Gefängnis – was Banksy mit Millionen vorhat

Von red/dpa
„Creat Escape“ von Banksy zeigt einen sich abseilenden Häftling. Der Verkauf der Schablone brachte dem Künstler Millionen ein (Archivbild). Foto: dpa/Banksy

Der Street-Art-Künstler Banksy will offenbar ein ehemaliges Gefängnis im britischen Reading kaufen. Was er vorhat und was der Verkauf einer besonderen Schablone zu tun hat.

Reading - Mit Einnahmen aus dem millionenschweren Verkauf einer Schablone will Banksy ein leerstehendes britisches Gefängnis, in dem einst Oscar Wilde einsaß, in ein Kunstzentrum umwandeln. Wie die Nachrichtenagentur PA am Sonntag meldete, bietet der sagenumwobene Street-Art-Künstler an, das Angebot des Stadtrats von Reading um zehn Millionen Pfund (11,7 Mio Euro) auf 12,6 Millionen Pfund zu erhöhen. Die „Sunday Times“ berichtete, der gebotene Gesamtpreis betrage nun zehn Millionen Pfund.

Es handelt sich um die Schablone, mit deren Hilfe Banksy im März ein großflächiges Kunstwerk auf die Außenwand der früheren Haftanstalt in Reading gemalt hatte. „Create Escape“ zeigt einen Häftling, der sich mit Hilfe zusammengeknoteter Laken und einer Schreibmaschine abseilt. Das Werk gilt als Reverenz an Wilde, der von 1895 bis 1897 wegen homosexueller „Unzucht“ hier eingesperrt war. Bisher ist erst einmal eine Zeichenvorlage von Banksy versteigert worden.

500 Meter lange bemalbare Oberfläche hat es Banksy angetan

„Ich hatte kaum ein Interesse an Reading, bis ich an Bord eines Schienenersatzverkehrbusses an dem Gefängnis vorbeifuhr“, zitierte die Zeitung den Künstler. „Es ist selten, eine ununterbrochene, 500 Meter lange bemalbare Oberfläche mitten in einer Stadt zu finden. Ich bin geradezu über meinen Sitznachbarn geklettert, um einen besseren Blick zu erhaschen.“

Der Stadtrat von Reading, etwa 55 Kilometer westlich von London, unterstützt Banksys Angebot. Eine Offerte des Gremiums war zuletzt abgelehnt worden und das seit 2013 ungenutzte Gebäude einem Immobilienunternehmen zugeschlagen worden, doch auch dieser Deal kam nicht zustande. Das Justizministerium reagierte hingegen skeptisch auf Banksys Vorhaben. Die Angebotsfrist sei abgelaufen, hieß es.