Murr Murr knackt die 40-Millionen-Euro-Marke

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Das Murrer Gewerbe – hier im Gebiet Egarten – floriert und stärkt mit der Gewerbesteuer den Haushalt. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Murr - Der Kämmerer Albrecht Keppler sorgte am Dienstag mit seinem Finanzbericht zum abgeschlossenen Jahr 2018 im Murrer Gemeinderat für rundum zufriedene Gesichter. Keppler, der Ende des Jahres den Stab an seine Stellvertreterin Christina Gaus übergibt, konnte erneut ein positives Zahlenwerk vorlegen. Besonders bemerkenswert: Die Gemeinde schafft mit einer Rücklage von rund 41,8  Millionen Euro erstmals den Sprung über die 40-Millionen-Marke.

Zu verdanken hat die Kommune ihren neuen Rekord den hohen Steuereinnahmen und den Zuweisungen des Landes von insgesamt rund 12 Millionen Euro – was fast exakt den Planungen entsprach und von Keppler als „Punktlandung“ bezeichnet wurde. Dass die Planungen mit einer Zuführungsrate von rund 3,2 Millionen Euro um etwa eine Millionen Euro übertroffen und letztlich in einen mit 3,7 Millionen Euro unerwartet hohen Zufluss in die Rücklagen belohnt werden konnten, ist aber laut Keppler auch einer zurückhaltenden Ausgabenpolitik im Bereich der Unterhaltungsarbeiten und der Bauinvestitionen zu verdanken. So wurden etwa bei den Baumaßnahmen nur 430  000  Euro statt der geplanten 2,9 Millionen Euro in Anspruch genommen, was unter anderem auch einer Planunterschreitung von rund 989 000 Euro beim Bau des Jugendhauses zu verdanken sei, da dort einige Haushaltsmittel noch nicht in Anspruch genommen werden mussten. Auch übernommene Haushaltsreste aus dem Jahr 2017 sorgten für eine Entlastung auf der Ausgabenseite, berichtete der Kämmerer.

In seinem letzten Jahresabschluss goss Albrecht Keppler jedoch auch Wasser in den Wein des „Musterhaushaltes“, bei dem die Gemeinde von negativen Überraschungen verschont worden sei. Die Personalkosten seien um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und müssten im Blick behalten werden. Der Anstieg resultiere aus zusätzlichen Stellen in der Kinderbetreuung. „Das ist aber gut angelegtes Geld“, sagte Keppler. Apropos Geldanlage: Die Gemeinde erzielte im Jahr 2018 immer noch 40  000 Euro Zinseinnahmen, doch sei dies langfristigen Anlagen zu verdanken und werde künftig nicht mehr so sein. Die Kommune müsse aber keine Strafzinsen bezahlen, da sie ihre Ersparnisse mit 0,01 Prozent verzinsen lassen könne.

Die Gemeinde ist seit 2005 komplett schuldenfrei und gelte als reich, erklärte Keppler, doch müssten die Rücklagen von 41,8 Millionen Euro auch relativiert werden. Denn man habe in den vergangenen zehn Jahren für 21 Millionen Euro Grundstücke veräußert und damit jungen Familien Wohnraum geschaffen. Rechne man dieses Geld zu den Rücklagen, die vor zehn Jahren schon bei 15 Millionen Euro lagen, ergebe sich ein eigentlicher Zuwachs von nur fünf Millionen Euro in dieser Zeit. Dies könne jetzt dazu dienen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, „wir müssen aber trotzdem sparsam sein“.

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