Murr Holz-Landschaft statt Trimm-dich-Parcours

Von
Der Generationenplatz im Neubaugebiet Langes Feld VI wird vielerlei Interessen vereinen. Foto: Sabine Reich

Murr - Glatt durchgefallen war im April der Vorschlag, mitten im Murrer Neubaugebiet Langes Feld VI einen Fitnessparcours mit Geräten auf einer Freifläche und eine große Rasenfläche zum Spielen anzulegen (wir berichteten). Der neuerliche Anlauf im Gemeinderat bescherte der Verwaltung in der jüngsten Sitzung Erfolg. Die Ratsrunde fand die Idee eines Generationenplatzes reizvoll und segnete den Vorschlag des Planungsbüros KuKuk Freiflug aus Stuttgart zum Preis von 88 000 Euro ab.

Die Bewohner sollen sich treffen und die Kinder spielen und klettern können. Außerdem wichtig: Besucher sollen sich ausruhen können – mehrere Altersgruppen können den Platz nutzen. „Der Platz bietet einige kleinräumige Orte zum Ausruhen“, erklärte der Bürgermeister Torsten Bartzsch im Gemeinderat. Das Mobiliar aus Robinienholz ermögliche, die Elemente multifunktional zu nutzen.

So wird etwa ein Stelenwald angelegt, der unterschiedliche Höhen und Schwierigkeitsgrade bietet. Das Büro KuKuk stellt die Spielelemente selbst her. Hängematten, Holzpodest, Bänke, eine Sitzlandschaft und der Stelenwald bilden den Hauptbestandteil des Generationenplatzes. Das Robinienholz gilt nach Angaben der Verwaltung als sehr witterungsbeständig. Ob man im Vorfeld die Familien im Neubaugebiet mit einbezogen habe, wollte Uwe Riedel von den Freien Wählern wissen. Schließlich seien sie die Hauptnutzer. Das habe man bewusst nicht, erklärte Torsten Bartzsch. Denn deren Wunsch seien bestimmt die klassischen Spielgeräte, was man diesmal nicht wolle. Der Hintergrund: Es gibt bereits im Langen Feld VI, im Kornblumenweg, einen Kinderspielplatz.

Für die SPD lobte Rainer Fröbel das veränderte Konzept. „Man sieht eine Qualitätsverbesserung: weg vom technokratischen Ansatz hin zum Hardy-Charakter“, sagte Fröbel in Anlehnung an den in diesem Jahr eröffneten Hardypfad im Hardtwald mit seinen Holzgeräten. Fröbel lobte die „sehr naturnahe“ und „pfiffige“ Lösung.

Noch etwas mit Wasser und Sand zu machen, schlug Gunter Eberhardt (CDU) vor, er kam damit jedoch nicht durch, denn das Gremium folgte dem Bürgermeister, der eine Planung aus einem Guss mit einem einheitlichen Charakter bevorzugt. Das sah auch Gunter Hekel (FW) so, der die Abkehr vom Fitnesskonzept ebenso als „komplett richtig“ bezeichnete wie das neue Konzept.

Der Zeitplan sieht die Ausschreibung von Gewerken für den Februar vor. Die Vergabe wäre dann im April, erläuterte der Bürgermeister Torsten Bartzsch. Spätestens im Herbst 2019 soll demnach der Generationenplatz fertig gestellt sein.

Artikel bewerten
14
loading