Murr Die Zeit bis zur Bescherung vergeht wie im Flug

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Mit Feuereifer flitzen die Kinder bei diesem Spiel über das Parkett. Foto: avanti

Kinder haben meist noch kein Zeitgefühl, und bis an Heiligabend endlich das Christkind kommt, scheinen sich die Stunden wie Kaugummi zu dehnen. Für 50 Jungen und Mädchen in Murr allerdings vergingen sie in diesem Jahr wie im Flug. Die evangelische Kirchengemeinde hat am Vormittag des 24. erstmals ein Programm unter dem Motto „Kinder warten auf Weihnachten“ angeboten. Wobei von Warten nicht die Rede sein konnte. Da wurde gemeinsam gesungen, gespielt und gebastelt – und das in einer Auswahl, dass manchem der kleinen Besucher schon die Wahl schwer wurde.

Ein Geschirrtuch mit Kartoffelstempeln bunt bedrucken? Oder doch lieber Sterne aus Papierstreifen zusammenstecken, ganz ohne Klebstoff? Auch die Elche aus Holz, die die Betreuer des entsprechenden Workshops als Muster hochhielten, sahen einfach süß aus. Über all dem wurde aber natürlich nicht vergessen, worum es bei Weihnachten überhaupt geht. Und so stimmten zwei der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu Beginn erstmal ein fröhliches „Happy birthday“ an – na klar, immerhin wird ja der Geburtstag von Jesus gefeiert. Danach sangen die Kinder und die Mitarbeiter zusammen „In der Weihnachtsbäckerei“ und „Wir sagen euch an den lieben Advent“ – mit allen vier Strophen.

Die Idee zu der Veranstaltung hat der Bezirks-Jugendreferent Jan Bechle von einer früheren Stelle mitgebracht, und bei Pfarrer Daniel Renz und Anja Bühl, die ehrenamtlich in der kirchlichen Jugendarbeit tätig ist, lief er damit offene Türen ein. „Wir haben das im ganzen Kirchenbezirk angeboten, und außer Murr haben auch Gemeinden in Oberstenfeld und Abstatt das angenommen“, sagte Jan Bechle. Und Anja Bühl erklärte: „Viele Kinder kennen die Weihnachtsgeschichte nicht, deshalb wird die hier auch vorgelesen.“

Zum Aufwärmen nach dem Singen wurde allerdings erst einmal gespielt. Aufgeteilt in zwei Gruppen – die „Krippen“-Gruppe und die „Stern“-Gruppe – versuchten die Kinder, in einer durch Musik vorgegebenen Zeit mit nur einer Hand möglichst viele der, mit beiden Symbolen bedruckten, bierdeckelgroßen Karten auf dem Boden auf „ihre“ Seite zu drehen - ohne dass die andere Gruppe die Bemühungen gleich wieder zunichtemachte. Mit Feuereifer flitzten die überwiegend Sechs- bis Achtjährigen über das Parkett, während eine Reihe von Mitarbeitern mit Argusaugen darüber wachte, dass keiner schummelte. Auch beim heiteren Raten von Begriffen, die nur pantomimisch dargestellt werden durften, hatten die Kinder viel Spaß. Die Betreuer übrigens auch. Denn da wurde wohl manchem erst so richtig bewusst, wieviel Ähnlichkeit der Beruf eines Bäckers mit dem eines Masseurs hat – beide „kneten“.

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