Mundelsheim Zweite Chance für die Urbanstraße

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Eigentlich sollten die Bagger in der Urbanstraße schon rollen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Mundelsheim - Schlaglöcher sollen in Mundelsheim dank eines Sanierungsprogramms bald Geschichte sein. Doch während Linden- und Neuweiler Straße bereits eine Schönheitskur durchlaufen haben, sind die Planungen in der Urbanstraße ins Stocken geraten. Eigentlich sollten hier 2019 die Bagger rollen, doch dann hatte der Gemeinderat die Ausschreibung im März aufgehoben, nachdem die Kosten um 30 Prozent auf 1,2 Millionen Euro angestiegen sind. Jetzt bekommt das Projekt eine neue Chance durch eine neue Ausschreibung.

„Wir haben uns auch mit dem Büro Rauschmaier an den Tisch gesetzt und denken, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist“, erklärte Bürgermeister Boris Seitz in der Sitzung am Donnerstag. Aktuell seien auf dem Markt nur wenige Ausschreibungen zu finden: „Vielleicht sichert sich jemand noch vor dem Winter einen Auftrag für 2020.“ Die Verwaltung möchte den Unternehmen mehr Spielraum geben, was den Zeitpunkt der Ausführung angeht. Die Sanierung soll nun bis Ende 2020 über die Bühne gehen. In der ersten Fassung der Ausschreibung war ein enger gesteckter Zeitrahmen vorgegeben.

Die Überlegungen, doch gleich den nächsten Teil des Sanierungsprogramms mitaufzunehmen, wurden verworfen. „Laut dem Planer macht es keinen Sinn, die Kilianstraße hinzuzufügen“, stellte Bürgermeister Seitz fest. Dadurch würde zwar die Baustelleneinrichtung gespart, aber im Gegenzug viel Zeit verloren, da erst ein Leistungsverzeichnis für diese Arbeiten erstellt werden müsste: „Somit wäre eine Ausschreibung erst nach den Sommerferien möglich.“ Darüber hinaus sei die Kilianstraße in Sachen Haushalt auch erst für 2021 vorgesehen. Würde die nun vorgezogen, müsste die Gemeinde einen Kredit aufnehmen, um die Kosten stemmen zu können.

Eine Entscheidung, die manchem Rat nicht so wirklich schmecken wollte. „Der Haushalt ist nur ein Planungswerk und es gibt eben ab und zu Änderungen“, merkte Bruno Freihofer (FBW) an. Daher lasse er dieses Argument nicht gelten. Auch sein Ratskollege Dirk Breisig bemängelte das „Geschmäckle“, das dieser Entscheidung anhaftet: „Das riecht nach Verschiebung der Kilianstraße. Die Urbanstraße sollte ja jetzt eigentlich schon laufen.“ Kritik, die bei Sonja Schult (FBW) auf Unverständnis stieß: „Wir haben uns gemeinsam für eine Aufhebung und erneute Ausschreibung entschieden.“ Bürgermeister Boris Seitz plädierte dafür, erst einmal die Ergebnisse abzuwarten und dann weiter zu planen.