Mundelsheim Ein Baugebiet für Familien mit Kindern und Ehrenamt

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Die Gemeinde Mundelsheim hat 35 Bauplätze im Angebot. Foto: Archiv (KS-Images.de)

Mundelsheim - Seit das Neubaugebiet Seelhofen IV 2016 auf den Weg gebracht wurde, stand eines immer fest: Das Gebiet soll vor allem der Eigenentwicklung dienen und jungen Mundelsheimer, die im Ort bleiben wollen, einen Bauplatz anbieten. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir Familien unterstützen können“, betonte Bürgermeister Boris Seitz in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag: „Das Ergebnis ist ein Kriterienkatalog, der die Vergabe der Bauplätze regeln soll.“

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Die Gemeinde Mundelsheim befindet sich im Besitz aller 44 Bauplätze im Areal und hat daher das Zepter in der Hand. Beim Ankauf war den ehemaligen Eigentümern ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden, was auch neunmal in Anspruch genommen worden sei, so Seitz: „Wir haben insgesamt 35 Bauplätze im Angebot.“ Interessenten können sich auf bis zu zehn Grundstücke unter Nennung einer Priorisierung vom 3. Juni bis 31. Juli bewerben: „Was früher oder später eingeht, wird abgelehnt.“

Die Interessenten sammeln bei ihrer Bewerbung für verschiedene Faktoren je eine festgelegte Punktzahl. Zunächst wird das Grundstück dann an den Bewerber mit der höchsten Punktzahl zugewiesen, bei Punktgleichheit und gleicher Priorität wird im Losverfahren entschieden. Die Angaben in den Bewerbungsunterlagen sind dabei maßgeblich, „aber natürlich werden diese von uns nachgeprüft“, erklärt Boris Seitz.

In einer Klausurtagung haben die Räte ihre Kriterien erarbeitet. So profitieren die Bewerber von einem Ortsbezug, etwa wenn sie mindestens zehn Jahre in Mundelsheim gelebt haben oder seit einem Jahrzehnt dort wohnhaft sind. Das gilt auch für einen familiären Bezug, etwa wenn Eltern oder Großeltern seit mindestens zehn Jahren in der Weinbaugemeinde leben. Zudem gibt es Punkte, wenn die Bauherren noch über keinen Immobilienbesitz verfügen. Für Kinder gibt es ebenfalls Zuschläge, wobei die Punktvergabe nach Alter gestaffelt ist. Bonuspunkte gibt darüber hinaus für Feuerwehrleute, die „mindestens 50 Prozent Übungsbeteiligung seit mindestens fünf  Jahren“ vorweisen können.

Eine schlechte Nachricht gab es dann, was den Quadratmeter-Preis angeht. Der war ursprünglich mit 380 Euro berechnet worden, was nicht gehalten werden kann. Das Gremium hat diesen nun auf 500 Euro festgezurrt, was Thomas Kizler (FWV) mit einem „schade“ quittierte: „Ich hätte mir gewünscht, dass sich mehr Jüngere einen Bauplatz hätten leisten können.“ Ursache für den Anstieg ist, dass die Erschließung teurer kommt als geplant, wie Boris Seitz ausführte: „Es wurde festgestellt, dass nach 80 Zentimetern eine Felsschicht im Boden kommt.“ Auch die Zauneidechsen sowie Drosselschächte für die Ableitung des Oberflächenwassers waren damals noch nicht berücksichtigt. „Was das Fass dann zum Überlaufen bringt“, so Seitz, ist, dass im Zuge der Kanalarbeiten bemerkt worden ist, dass der Hartweg komplett aus Bauschutt erstellt wurde, der nun teuer entsorgt werden muss. Die Preisschraube anzudrehen, schmerzte die Räte sichtlich. Allerdings merkte Regine Zimmermann, „dass wir nicht draufzahlen dürfen“, was Andreas Link (FBW) bestätigte: „Es muss kostenneutral für die Bürger bleiben.“

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