Mundelsheim Die Sonne lacht über dem Mundelsheimer Weindorf

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Den Gästen hat der Wein wunderbar geschmeckt. Foto: avanti

Mundelsheim - Schon vor der Eröffnung des Weindorfs am Samstag um 17 Uhr füllten sich die Bierbänke auf dem Mundelsheimer Marktplatz. Der dünne Wolkenschleier, der tagsüber am Himmel hing, verzog sich. Die Sonne strahlte pünktlich zu den offiziellen Reden und Begrüßungen vom blauen Himmel und ließ den Wein in den Viertelesgläsern leuchten. Die drei größten Mundelsheimer Vereine, der Turnverein, die Musikkapelle und der Liederkranz, stellen alle zwei Jahre das Weindorf gemeinsam mit der Gemeinde und dem Käsbergkeller auf die Beine – immer im Wechsel mit der Sichelhenket. Die Essens- und Getränkestände sind mit Blumen geschmückt, auf den Biertischen liegen karierte Tischdecken und kleine Töpfe mit leuchtend gelben Sonnenblumen setzen Farbtupfer.

Der Mundelsheimer Bürgermeister Boris Seitz dankte in seiner Eröffnungsrede allen Helfern für ihren Einsatz, ohne die vielen fleißigen Hände sei ein solches Fest nicht möglich. Bei seiner ersten Weindorf-Eröffnung packt auch der Schultes tatkräftig mit an: Nachdem der Gesangsverein Liederkranz mit drei Stücken den Abend eingeleitet hatte, hob der Bürgermeister sein Rednerpult kurzerhand selbst in die Mitte der Bühne.

Der Einladung des Amtsinhabers waren auch seine Vorgänger Holger Haist und Hans Wetzel gefolgt, sie saßen im Publikum. „Drei Generationen Bürgermeister bei einem Fest, das gibt es auch nicht überall“, stellte Boris Seitz in seiner Rede fest und begrüßte auch seine Amtskollegen Ralf Trettner aus Pleidelsheim und Alexander Fleig aus Freudental. Für Luc Berthoud, Bürgermeister von La Motte-Servolex, der Partnerstadt Mundelsheims, hatte er einen zweisprachigen Teil in seiner Rede vorbereitet: Er hieß ihn mit französischen Worten willkommen und übersetzte seine Worte auch gleich ins Deutsche – dafür gab’s Applaus von den Gästen.

Die Delegation der Partnerstadt hat neben dem 15. Weindorf einen weiteren Grund, in Mundelsheim zu feiern: Die Städtepartnerschaft der beiden Gemeinden besteht seit 45 Jahren. Seitdem hätten die Menschen in Mundelsheim und in La Motte-Servolex viele Gemeinsamkeiten wie Gastfreundschaft entdeckt, erklärte Luc Berthoud, der bei der Eröffnung des Weindorfs ebenfalls einige Wort an die Gäste richtete: „Diese Freundschaft hält schon lange und wird immer tiefer, trotz der Sprachbarrieren und der großen Entfernung der Gemeinden zueinander.“

Die Gastfreundschaft der Mundelsheimer schätzen auch Brigitte Bauer und ihr Ehemann Manfred aus Ludwigsburg – sie besuchten das Weinfest auf Empfehlung einer Bekannten: „Eine Freundin hat uns den Tipp gegeben, hier mal herzukommen“, verraten sie. „Es ist alles sehr hübsch hier, uns gefällt‘s!“. Jürgen Lichtenberger, der seit drei Jahren in Mundelsheim lebt, verspeist mit Genuss seine Kartoffeln mit Raclette-Käse und erklärt: „Hier kann man nett zusammensitzen, es ist mein zweites Weindorf, ich komme gerne her.“ Währenddessen verteilt die Württemberger Weinkönigin Julia Böcklen Wein an die Gäste vor der Bühne.

Das erste Fass Wein spendet traditionell der Käsbergkeller, 2019 ist es ein Rosé. „Der passt gut zum sommerlichen Wetter“, erklärt Friedrich Fink von der Kellerei. Der Freiwein kam bestens bei den Gästen an und ging dann auch rasch zur Neige. „Das beste Vergrößerungsglas für die Freuden dieser Welt ist in Weinglas“, so hatte die Weinkönigin in ihrer Rede den Schriftsteller Joachim Ringelnatz zuvor zitiert und die Gäste folgten ihren Rat offenbar gerne.