Mitarbeiter der Lederfabrik Gmelich in Quarantäne Behörde und Unternehmen kritisieren sich gegenseitig

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Uneinigkeit herrscht über den Eingang einer Liste mit Daten. Foto: Archiv (dpa)

Was die zeitliche Übermittlung einer Liste mit Kontaktdaten der Mitarbeiter angeht, herrscht Uneinigkeit.

Großbottwar - Im Fall des Corona-Ausbruchs bei der Lederfabrik Gmelich sei von Seiten der Behörden mangelhaft reagiert worden, übt Geschäftsführer Volker Nagel scharfe Kritik. Das gelte insbesondere in Sachen Informationsmanagement. „Mehrere Mitarbeiter – unter anderem auch ich – haben bis jetzt noch keinerlei Informationen über das weitere Vorgehen erhalten“, so Nagel am Dienstagabend. Einige hätten auch in ihren Gesundheitsämtern angerufen und dort widersprüchliche Aussagen dazu erhalten, ob sie als Kontaktperson gelten oder nicht gelistet sind. „Ich selbst habe dann die Mitarbeiter alle nochmals um Einhaltung der Quarantäne gebeten.“ Alleine am Montag habe er über 100 Anrufe getätigt. „Ich fühle mich in der Situation vom Landratsamt alleine gelassen“, moniert Volker Nagel. „Es kann nicht sein, dass Personen an Covid-19 erkranken und ich für die Informationen sorgen muss.“ Er sei geschockt, dass selbst nach vier Tagen noch nicht alle Betroffenen kontaktiert worden seien.

Zumindest telefonisch sei dies bis auf wenige Ausnahmen passiert, betont jedoch der Pressesprecher des Landratsamts Ludwigsburg, Andreas Fritz, auf Nachfrage: „Bis Dienstagnachmittag wurden zudem alle Kontaktpersonen imEDV-Verfahren erfasst und der Kommune übermittelt.“ Die Gemeinden und Städte könnten damit die Quarantäne-Bescheide auf den Weg schicken. Die Verzögerung habe daran gelegen, so Fritz, dass die letztendliche Übermittlung einer am Wochenende vom Unternehmen angeforderten Mitarbeiter-Liste erst am Montag gegen 14.30 Uhr erfolgte – woraufhin diese auch prompt bearbeitet worden sei. „Wenn auch seitens der Firma alles entsprechend der Absprachen gelaufen wäre, wären die thematisierten Probleme nicht aufgetreten“, kritisiert Fritz. Ein Vorwurf, den Volker Nagel zurückweist. Er habe erstmalig am Samstag um 16.18 Uhr eine Liste an das Landratsamt versendet. Die E-Mail sei jedoch vom Server abgelehnt worden, weshalb er die Liste am Sonntag gegen 14.48 Uhr erneut in PDF-Form übermittelt habe. Lediglich bei Einzelpersonen habe es Unklarheiten bezüglich der Telefonnummern gegeben, so Nagel. In diesem Punkt sind sich das Landratsamt und der Geschäftsführer Volker Nagel dann einig.