Mehr Wohnraum in Beilstein Kritik an Plänen für die Bahnhofstraße

Von Henning Maak
Die Stadt Beilstein möchte im Ortskern die Nachverdichtung ermöglichen. Foto:  

Die Stadt Beilstein will den Bebauungsplan fortschreiben. Der Gemeinderat stört sich jedoch an der Möglichkeit von Zwischenbauten und den vorgeschlagenen Pflanzenarten für die Flächen.

Beilstein - Pläne des Stadtplanungsbüros KMB für die Bahnhofsstraße haben kürzlich im Gemeinderat Beilstein massive Kritik hervorgerufen. Zum Hintergrund: Die Stadt will derzeit für Flächen nördlich und südlich der Bahnhofstraße einen Bebauungsplan aufstellen lassen, um dort eine geordnete Nachverdichtung im Innenbereich möglich zu machen. Dadurch soll das Gebiet besser ausgenutzt und der hohen Nachfrage nach Wohnraum Rechnung getragen werden. Der Bebauungsplan soll außerdem helfen, die Innenentwicklung zu strukturieren, um eine gleichbleibende Wohnqualität zu erhalten.

Charakter des Gebiets soll erhalten bleiben

Doch die Fortschreibung des Planwerks, die Uwe Müller vom Architekturbüro KMB in Ludwigsburg jetzt vorlegte, stieß vor allem in zwei Punkten auf wenig Gegenliebe. Zum einen kritisierten die Räte, dass in der neuen Planversion die Möglichkeit eröffnet worden sei, bestehende Gebäude zu verbinden, um dadurch Wohnraum zu schaffen. „Das passt überhaupt nicht ins Stadtbild“, monierte der Stadtrat Peter Gruner (Initiative Beilstein). Das Ansinnen sei gewesen, die bestehende Struktur zu modernisieren, nicht komplexe Gebilde mitten im Ortskern zu errichten.

„Wir wollen keine Investoren, die das Maximum aus dem Gelände herausholen, sondern wir wollen den Charakter und die Wohnqualität dort erhalten“, stellte Gruner fest. Der Kritik schloss sich Bernd Kircher (SPD) an: „Bei einer erlaubten Länge von 23  Metern und einer Höhe von 14 Metern entstehen da riesige Klötze“, stellte er dar. Gemeinderat Wolfgang Behr (FDP) ergänzte, man müsse aufpassen, dass man durch die Schaffung von neuem Wohnraum durch die Zwischenbauten nicht auch noch den Bedarf nach weiteren Stellplätzen generiere.

Totholz im Baugebiet?

Zweiter großer Kritikpunkt war eine Liste empfohlener Pflanzungen, die als Anhang beigefügt war. „Was soll das? Kein Mensch wird dort eine Streuobstwiese anlegen“, meinte Gemeinderat Dietmar Rupp (FWV) sarkastisch. Zudem seien Bäume aufgeführt, die bis zu 15 Metern hoch werden können. Ins gleiche Horn stieß Oliver Muth (FWV), der zugleich Revierförster ist und daher vom Fach: „Eichen gehen gar nicht“, stellte er umgehend klar. Dann würden sich dort unter Umständen noch Eichenprozessionsspinner niederlassen und es entstehe Totholz mitten in einem Baugebiet. „Dadurch erhöhen wir nur unsere Verkehrssicherungspflicht“, warnte er.

Uwe Müller erläuterte, die Pflanzliste sei eine Empfehlung des Landratsamtes, man könne sie problemlos rausnehmen. Gleiches gelte für die Idee der Zwischenbauten, die auf Anregungen hin eingeflossen seien. Am Ende beschloss der Gemeinderat schließlich, den Entwurf des Bebauungsplanes unter besonderer Berücksichtigung der beiden Kritikpunkte noch einmal zu überarbeiten.