Marbacher Asylheim Kocheifer hält Feuerwehr auf Trab

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Die Marbacher Wehr rückt aus, wenn Not am Mann ist, unabhängig davon, wie oft irgendwo der Alarm anschlägt. Foto: Archiv (KS-Images.de)

Die Marbacher Truppe musste schon mehrfach Richtung Art-Hotel ausrücken, weil ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am Herd zu viel Dampf entfacht hatte.

Marbach - Wenn es in den zurückliegenden Monaten so etwas wie einen Hotspot gab, zu dem die Marbacher Feuerwehr immer wieder ausrücken musste, so war es die Güntterstraße. Der Blick in die Einsatzberichte offenbart zudem, dass sich die Fälle ähneln. Am 8., 10. und 16. August hieß es beispielsweise stets über den Auslöser: Essen auf dem Herd. Alleine von Juni bis August eilte die Mannschaft von Kommandant Alexander Schroth ein halbes Dutzend Mal in die Güntterstraße.

Das an sich wäre schon auffällig genug. Doch es ist darüber hinaus sogar so, dass der Einsatzort in der Regel immer derselbe ist, wie Schroth sagt: die Flüchtlingsunterkunft im Art-Hotel. Vollends bemerkenswert wird all das aber durch den Umstand, dass offenbar mehrfach ein- und derselbe Bewohner die Kameraden in Alarmbereitschaft versetzt hat.

Bewohner kocht „sehr intensiv“

Darauf wies jedenfalls unlängst Bürgermeister Jan Trost im Verwaltungsausschuss auf Nachfrage von Dr. Michael Herzog hin. Der Stadtrat der Freien Wähler hatte von einem Anwohner berichtet, dem die häufigen Einsätze in dem Haus spanisch vorgekommen waren. „Die Feuerwehr muss da wohl manchmal sogar mehrfach in der Woche ausrücken. Und dann ist jedes Mal nichts, Gott sei Dank“, sagte Herzog. Der Rathauschef machte daraufhin keinen Hehl daraus, dass die Beobachtung des Nachbarn nicht verkehrt war. „Wir haben einen Bewohner, der dort sehr intensiv kocht, sodass auch große Dämpfe kommen“, erklärte Trost. Weil das Gebäude mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet ist, könne es folglich passieren, dass der Alarm bei der Feuerwehr anschlägt. „Und es gab deshalb tatsächlich vermehrt Einsätze“, sagte der Bürgermeister.

Appell hat offenbar gefruchtet

Zugleich machte er klar, dass die Stadt versucht, das Dilemma in den Griff zu bekommen und besagten Bewohner einzubremsen. Die beiden Flüchtlingsbeauftragten der Kommune hätten die Anweisung erhalten, „intensiv und regelmäßig mit diesem Bewohner zu sprechen, dass er seine Kochumstände etwas reduziert und es nicht solche großen Rauchschwaden gibt, wenn er seine Speisen zubereiten möchte.“ Der Appell scheint gefruchtet zu haben. Soweit er wisse, habe die Feuerwehr im Art-Hotel nun nicht mehr so viel zu tun, sagte Trost.

Feuerwehr ist immer mit dem gleichen Herzblut bei der Sache

Das kann der Marbacher Kommandant Alexander Schroth bestätigen. „In den vergangenen paar Wochen war wieder Ruhe“, sagt der Chef der Truppe. Zuvor sei es aber in der Tat zu einer Häufung von Einsätzen in der Flüchtlingsunterkunft gekommen. „Und drei bis vier Mal war es so, dass es dasselbe Zimmer war, das ursächlich für unser Ausrücken war“, berichtet Schroth.

Ob es stets auch dieselbe Person war, die dafür verantwortlich zeichnete, dass der Alarm losging, entziehe sich seiner Kenntnis. „Es spielt für uns auch keine Rolle. Es nervt auch nicht, wir machen das mit Herzblut. Wenn wir gerufen werden, fahren wir zu jedem Einsatzort mit dem Ziel zu helfen und immer in der Annahme, dass Not am Mann ist“, sagt Schroth. Bei den Einsätzen im Art-Hotel habe sich vor Ort zum Glück stets herausgestellt, dass es nicht wirklich gebrannt hat. Weil der Alarm aber auffällig häufig ausgelöst wurde, habe man die Stadt darüber informiert – die dann für alles Weitere zuständig sei und sich gegebenenfalls um ein Fehlverhalten kümmern müsse.

„Fehler können immer vorkommen. Wenn aber etwas dahintersteckt, das man abstellen kann, sollte man reagieren. Denn die Einsätze kosten den Steuerzahler Geld“, sagt Alexander Schroth. Außerdem fehlten die Kollegen ihrem Arbeitgeber, solange sie ausrücken, oder sie opfern dafür ihre Freizeit.