Großbottwar/Kleinbottwar Wasserbüffelherde hat unerwartet Zuwachs bekommen

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Das Kalb ist tiefschwarz und putzmunter. Foto: Verein für Landschaftspflege und Naturschutz

Großbottwar/Kleinbottwar - Uli Weigle konnte es kaum glauben. Als er am Freitagmorgen die ­Weidefläche des Modellprojektes zwischen Großbottwar und Kleinbottwar besuchte, um wie täglich nach den Büffeln zu schauen, sah er ein putzmunteres, tiefschwarzes Wasserbüffeljunges schon recht flott dem Muttertier hinterher springen. „Das Jungtier muss am späten Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen geboren worden sein“, so Uli Weigle, Landwirt und Naturschützer.

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Auch Gerhard Fahr, Vorsitzender des Beweidungs-Förder-Vereins ist begeistert: „Am Abend zuvor war ich noch bei der Herde, da waren die sechs Mädels noch ­alleine“. Die Tiere seien wie immer gelassen – aber konsequent – ihrer Aufgabe nachkommen, haben für Strukturvielfalt gesorgt und damit die Voraussetzung für eine Optimierung der Biodiversität geschaffen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins für Landschaftspflege und Naturschutz durch Beweidung.

Nach Benachrichtigung der zuständigen Veterinärbehörde und der üblichen Registrierung ist jetzt das Rätselraten ­natürlich groß: Handelt es sich bei dem Büffelkalb um ein männliches oder weib­liches Tier? Den Büffeln selbst war nichts anzumerken; „Wir hatten uns nur in den vergangenen Wochen gewundert, dass eines der Tiere – unsere Margot – besser genährt, also etwas beleibter aussah“, so Projektmanager Gerhard Fahr. Er hatte natürlich auch sofort den Halter der Mutterherde im Bodenseegebiet, von dem die Bottwartäler Büffel stammen, über das freudige Ereignis informiert. Der reagierte gleichermaßen erfreut, aber auch gelassen. Beim Züchter begleitete nämlich ein männlicher Büffel die Büffeldamenherde mit etwa 60 Kühen über einen Zeitraum von einigen Monaten und da weiß man nie, was passiert. Anzeichen, dass eine der Büffeldamen beim Einzug ins Bottwartal trächtig war, gab es jedenfalls nicht.

„Mit dem Projekt, das mehrere Jahre lang vorbereitet wurde, stehen wir in der praktischen Phase ganz am Anfang. Doch schon nach vier Monaten können wir feststellen, dass die Beweidung einen guten Lauf nimmt und die Wasserbüffel auf ganz natürliche Art und Weise für Strukturvielfalt sorgen“, so das Resümee von Claus-Peter Hutter, Initiator des Projekts und Präsident der Umweltstiftung NatureLife-International. An vielen Stellen sei fest­gestellt worden, dass es eine stärkere Präsenz von Schmetterlingen, Heuschrecken und Libellen gibt. Dies erlaube allerdings noch keine qualitative Beurteilung. ­„Deshalb haben wir von Anfang an ein Monitoring vorgesehen, bei dem wir auf Top-Fachleute aus der Zoologie und Botanik sowie der Informationswissenschaft zählen können“, so Hutter.

Hutter ist zusammen mit Fahr und Weigle auch erfreut über die große Begeisterung, die dem Naturschutz-Modell­projekt entgegengebracht wird. „Wir bekommen Bilder zugesandt von Leuten, die außerhalb vom Landkreis Ludwigsburg wohnen und das Bottwartal besucht ­haben. Es gibt Anrufe und immer wieder erzählen Leute, dass sie bei ihren Spaziergängen und Radausflügen nach den Büffeln geschaut hätten.