Marbach/Triathlon Wenn die Radausfahrt zur Mondlandung wird

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Die Rookies verfügen inzwischen über einheitliche Kleidung – auch der Triathlonanzug wird in Kürze bestellt. Foto: Sabrina Goerlich

Marbach - Es geht rasend schnell – wir befinden uns in Woche fünf des Rookie-Projekts. Heißt: Am Wochenende ist Halbzeit! Dann sind es nur noch fünf weitere Wochen bis zum Start beim mz3athlon. Und man hat das Gefühl: Je weniger Zeit bis zum Wettkampf verbleibt, desto größer ist die Zuversicht bei uns Rookies, dass auch alle am 12. Mai die Ziellinie überqueren werden. Das kommt nicht von ungefähr, wir tun ja schließlich viel dafür...

Auch auf dem nun ganz frisch ausgehändigten Trainingsplan für die Wochen fünf bis zehn stehen wieder vier Einheiten pro Woche. Ein Mammutprogramm! Aber eines, das eben auch seine Wirkung zeigt. Deutlich macht das die gemeinsame Radausfahrt am Sonntag. Von Murr aus ging es im Sonnenschein über Großbottwar, Neckarwestheim bis nach Lauffen, und über Gemmrigheim und Hessigheim wieder zurück. Macht 54 Kilometer in knapp zweieinhalb Stunden auf einer landschaftlich attraktiven Strecke. Die Durchschnittsgeschwindigkeit? Beachtliche 23,6 Stundenkilometer. Und ja, auch bei dieser Tour traten einige Rookies in die Pedale, die eine lange Sportpause hinter sich haben. Welch ein Erfolg! Gar von einer „Mondlandung“ für manchen spricht da unser Trainer Michael Rakers.

Als ihr „größtes Highlight“ bezeichnet etwa Margarete Bohner aus Großbottwar die Tour. Die 59-Jährige war mit dem Gedanken zum Treffpunkt gekommen, es „hoffentlich irgendwie zu schaffen“. Das Ergebnis? „Die Zeit verging wie im Flug und ich konnte, außer am Berg, mit der Truppe echt mithalten“, freut sie sich. Das habe sich richtig gut angefühlt – „und ich glaube, ich habe an diesem Tag mit der Sonne um die Wette gestrahlt“. Sowieso erlebe sie die Rookies als eine „herzliche Truppe, die viel Spaß am Training hat und einen auch mitträgt“. Schon alleine das sei eine schöne Erfahrung. Fortschritte sind für sie auch beim Schwimmen spürbar. „Nachdem ich vom Kraulen noch keine Ahnung hatte, freue ich mich über die kleinen Ansätze, die ich kennenlernen darf.“

Auch der ein Jahr jüngere Christian Pusch aus Erdmannhausen fühlt sich immer fitter. Er legt sogar zusätzliche Einheiten ein. Fährt mal noch Rad oder schwimmt frühmorgens. „Das Laufen war heute wieder prima!“, schwärmt er nach der Einheit am Dienstag, als es in drei Tempogruppen bis zu zehn Kilometer weit ging. Der 58-Jährige fühlt sich „wie ein richtiger Rookie“, da er vorher eine längere Sportpause hatte. Beim Schwimmen sieht er noch das größte Manko: „Meine Füße tun einfach nicht, was sie sollen. Ich bin da wie Blei im Wasser.“ Mit zusätzlichen Einheiten möchte er weiter an sich arbeiten. Gegen den Titel „Opa-Rookie“ hat er dabei nichts einzuwenden – im Gegenteil.

Auch die jüngeren Teilnehmer spüren deutliche Veränderungen. Bei Dominic Negro betrifft das vor allem die Ausdauer und die Muskulatur, wie der 28-Jährige aus Weinstadt beschreibt. „Ich bin jetzt auch im Alltag wacher und fitter, fühle mich einfach besser.“ Als schönen Ausgleich sieht er das Training an, gerade weil er durch dieses regelmäßiger an die frische Luft kommt. Auch er strotzt vor Motivation, gönnt sich die ein oder andere Extratour auf dem Rad oder auf einem Trimm-Dich-Pfad.

Beim Laufen stellt Timo Hügelmeyer die größte Veränderung bei sich fest. Was damit zusammenhängt, dass der 26-Jährige aus Marbach aus Zeitgründen beim Radfahren bislang meist fehlte. Ihm würden besonders die Intervallläufe helfen, so sein Eindruck. „Und in der Gruppe ist das zehnmal motivierender, als wenn ich das alleine machen würde“, nennt er den Vorteil der Gruppendynamik. So sei er auch weiterhin bereit, seine Grenzen kennenzulernen.

Bei so viel Tatendrang ist es kein Wunder, dass Trainerin Katja Fischer zufrieden ist. „Bislang haben wir eher auf die Technik geschaut, und das Gelernte bringen wir jetzt auf die Strecke. Viele sind da erstaunt, wie weit sie schon kommen. Sie merken, dass das etwas bewirkt.“ Insbesondere, da es über die ersten Wochen sehr viel Input gegeben habe, sei sie auch selbst erstaunt, wie gut dies nun umgesetzt wird. „Gerade beim Schwimmen gibt es da immense Fortschritte!“