Marbach/Triathlon Oft ein Anfang – aber selten auch ein Ende

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Bodo Massa, Katja Fischer, Michael Rakers und Heike Singer (von links) führen die 32 diesjährigen Rookies als Trainer und Motivatoren zu ihrem ersten Triathlon. Drei von ihnen waren einmal selbst Teilnehmer bei dem Projekt. Foto: Andreas Hennings

Marbach - Vom Rookie zum Rockie – so lautet das Motto des alljährlichen Einsteigerprojekts zum mz3athlon. Zum Rockie wird dabei, wer nach dem zehnwöchigen Trainingsprogramm beim Triathlon in Steinheim auch tatsächlich die Ziellinie überquert. Und jeder Rookie hat das bislang auch gemeistert. Das waren eine ganze Menge: Bereits die achte Generation wagt sich zurzeit an ihren ersten Wettkampf heran. Die Gruppe setzt sich aus Sport-Anfängern und -Wiedereinsteigern, aber auch Fortgeschrittenen zusammen, die bereits in einer der drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren oder Laufen aktiv waren.

Wie die sportlichen Voraussetzungen auch sind, der Blick auf die vorherigen sieben Rookie-Generationen zeigt: Mit dem Zieleinlauf beim mz3athlon ist das Projekt Triathlon für viele Teilnehmer lange nicht beendet. Einige trainieren weiterhin und starten teils bei Wettkämpfen, und vor allem: sind Teil der inzwischen beträchtlich großen Rockie-Familie, die ihr Hobby gemeinsam ausübt. So treten einige etwa bei der allsonntäglichen Ausfahrt der Radbande gemeinsam in die Pedale.

Inwieweit ehemalige Rookies dem Triathlon treu bleiben, zeigt sich an Beispielen. Das prominenteste ist Melanie Altenbeck, die sogar die Ironman-WM auf Hawaii finishte (wir berichteten). Da sind aber auch einstige Neulinge wie Bodo Massa, die dem Sport inzwischen verfallen sind. Den „500-Meter-Ausdauerlauf“ hatte der Gronauer als Stärke vor seiner Teilnahme am Rookie-Projekt 2016 genannt. Zumindest schwimmen, das tat er da bereits gerne. Seine Motivation damals: Etwas Gutes für den Körper tun. „Es war klar, dass ich etwas ändern muss“, blickt der heute 44-Jährige zurück. Mit Erfolg: In zwei Jahren nahm er, auch dank einer Ernährungsumstellung, 30 Kilogramm ab, noch im Jahr seines ersten Triathlons lief er einen Halbmarathon und startete beim Triathlon in Zürich. „Ein Vierteljahr hat’s bei mir gedauert, bis der Lauffunke übergesprungen ist. Dann stand ich vor der Entscheidung: Mache ich richtig weiter, oder lass ich es sein?“

Die Antwort fiel ihm nicht schwer – obwohl ihn ja gerade das Laufen vorher nie gereizt hatte. Jetzt spult er weiterhin fleißig Kilometer herunter, hat sich zum Ziel gesetzt, einmal im Leben einen Triathlon auf der Volldistanz zu absolvieren, sprich 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer radzufahren und 42,2 Kilometer zu laufen. Dieses Jahr wagt er sich erstmals an die Mitteldistanz. Und sein wichtigstes Engagement: Als Motivator und wertvoller Tippgeber bei Einheiten des Rookie-Trainings verkörpert er den Neulingen: Auch ihr schafft das!

Damit unterstützt er die drei Rookie-Trainer Katja Fischer, Heike Singer und Michael Rakers – letztere beiden sind ebenfalls Beispiele dafür, inwieweit das Rookie-Projekt verändern kann. So war Rakers 2014 selbst Teilnehmer, war zuvor Motorradrennen gefahren. „Fünf Kilometer waren das weiteste, was ich vorher mal gelaufen bin. Und nach 25 Meter schwimmen war ich brotfertig“, erinnert er sich. Als Rockie folgten Wettkämpfe, inzwischen auch über die Mitteldistanz. Jahr für Jahr geht’s zum Hamburg- und Allgäu-Triathlon. „Die Kombination der drei Disziplinen macht’s für mich aus. Und dieser Kampf gegen dich selbst“, beschreibt er die Faszination.

Der Kontakt zu den anderen Rookies halte bis heute. Und bereits ein Jahr nach seinem Finish beim mz3athlon griff er dem damaligen Rookie-Trainer Roy Fischer unter die Arme. „Auch damals war die Leistungsspanne groß. Es ging darum, die Anfänger noch besser mitzunehmen und ihnen zur Seite zu stehen“, blickt Rakers zurück. Daraus entwickelte sich, dass er inzwischen Jahr für Jahr das Projekt begleitet und selbst Trainer ist.

Wie auch Heike Singer, die 2015 Rookie war. „Vorher bin ich nur Ski gefahren oder war mal am Wochenende mit der Familie radfahren. Sonst ist in Sachen Sport nichts gelaufen“, beschreibt die Erdmannhäuserin. Dann habe sie aber schnell gemerkt, dass ihr die Mischung der drei Sportarten körperlich gut tue. „Und es hat echt Spaß gemacht. Es ist ja auch gesellig und man ist stolz, wenn man das Projekt geschafft hat.“ Nicht nur als Trainerin ist sie dem Triathlon treu geblieben, auch Wettkämpfe bestreitet sie weiterhin gerne, plant gerade die Steigerung von der olympischen auf die Mitteldistanz.

Das Rookie-Projekt ist also ein Anfang – aber selten gleichzeitig auch ein Ende.