Marbach/Tischtennis Titelkämpfe zu ungewohntem Termin

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Franziska Heckler (links) und Marina Feile haben das reine Steinheimer Finale imDamen B-Doppel gewonnen. Foto: Michael Ruddat

Marbach - In Mönsheim fanden dieses Jahr die Tischtennis-Bezirksmeisterschaften der Aktiven und Senioren statt. Dabei konnten sich der TV Großbottwar, die TTG Marbach/Rielingshausen und der TSG Steinheim gleich über mehrere Podestplatzierungen freuen. Insgesamt sprangen die Akteure der drei Vereine 19 Mal aufs Treppchen. Gleich sieben Titel waren darunter.

Thomas Friedl vom TV Großbottwar war im Vorjahr gleich dreimal auf dem ersten Platz gelandet war. Damals siegte er zusammen mit Georg Walter (TV Aldingen) sowohl im Herren B-Doppel als auch im Senioren 50-Doppel und hatte darüber hinaus mit Sabine Groß (PSG Ludwigsburg) das Senioren-Mixed gewonnen. Auch diesmal trat er wieder in allen drei Konkurrenzen an und konnte sich am Ende über zwei erfolgreiche Titelverteidigungen freuen: An der Seite von Groß wurde Friedl im Senioren-Mixed Erster, und gemeinsam mit seinem Vereinskameraden Andreas Hauer belegte er im Senioren 50-Doppel Rang eins. Außerdem wurde Stefan Kubelj, der dritte Vertreter aus Großbottwar, im Senioren 50-Doppel, zusammen mit Martin Rumbolz (SpVgg Besigheim) Dritter.

Wie Friedl landete auch Gerd Häusser von der TTG Marbach/Rielingshausen zweimal auf dem Treppchen. Im Senioren 50-Einzel spielte sich der Schillerstädter bis uns Finale. Im Endspiel traf er dann auf Andreas Hauer und lag bereits mit 0:2 zurück, ehe er sich Dank einer großen kämpferischen Leistung die Durchgänge Nummer drei und vier schnappte und damit den Entscheidungssatz erzwang. In diesem war dann aber der Akku des Marbachers leer und er musste sich dem Großbottwarer klar mit 1:11 geschlagen geben. Somit konnte Hauer neben dem Doppeltriumph auch einen Einzeltitel bejubeln. Im Senioren 40-Doppel erreichte Häusser zusammen mit seinem Vereinskameraden Oliver Schmandke ebenfalls das Finale, in dem die sie Mike Seidel/Andreas Rieger (TTC Oberderdingen) mit 1:3 unterlagen.

Auch der TSG Steinheim jubelte über gleich mehrere Erfolge. So belegten die beiden Youngster Frederic Gushurst und Andrei Revisz im Herren D-Doppel den ersten Platz. Insbesondere für die Steinheimer Jugendabteilung ist dies eine erfreuliche Nachricht, war doch die vergangene Saison von einigen Rückschlägen geprägt. So stieg das erste U18-Jungenteam aus der Bezirksliga ab, bei den Jugend-Bezirksmeisterschaften landete der TSG in der Vereinswertung nur auf Platz neun. Gushurst und Revisz bewiesen nun, dass allen Unkenrufen zum Trotz mit dem Nachwuchs aus Steinheim weiterhin zu rechnen ist.

Im Damen B-Einzel verlor Ulrike Triemer das Endspiel etwas überraschend gegen die Nachwuchsspielerin Sophie Wagner (TSV Korntal) in vier Sätzen und wurde somit Zweite. Zuvor hatte die Steinheimerin ihre Vereinskameradin Marina Feile im Semifinale ausgeschaltet, die damit auf dem dritten Rang landete. Dafür hatte Feile im Damen B-Doppelwettbewerb das bessere Ende für sich: In einem rein Steinheimer Endspiel setzte sie sich zusammen mit Franziska Heckler gegen Vanessa Padovano und Ulrike Triemer nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 durch und landete somit auf Rang eins. Triemer konnte sich mit dem Titel im Damen A-Doppel trösten, den sie gemeinsam mit Vereinskameradin Sabine Schäfer erspielte. Im Damen A-Einzel machte Schäfer mit Rang eins ihr persönliches Double komplett, Triemer wurde Dritte.

Bei den Herren A sprang das Duo Erik Reichel/Oliver Triemer auf den zweiten Rang. In der Einzelkonkurrenz wurde Reichel Zweiter und Triemer Dritter. Zwei weitere TSG-Podestplatzierungen kamen durch Tibor Rosner, der im Herren D-Einzel Dritter und zusammen mit Ulrich Böhm (SV Pattonville) im Senioren 60-Doppel Zweiter wurde. Der TSG Steinheim gewann mit insgesamt 25 Punkten somit auch deutlich die Vereinswertung und konnte sich damit über einen Sonderpreis freuen.

Für die Teilnehmer der Bezirkswettkämpfe war der Termin dieses Jahr übrigens ungewohnt früh. Statt wie sonst üblich im November ging es nun bereits Mitte September um die Meistertitel. Das Pilotprojekt wurde vom Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern (TTVWH) für die nächsten zwei Jahre genehmigt und ist ein Novum im Verbandsgebiet. Die Verlegung geht auf die zuletzt rückläufigen Teilnehmerzahlen zurück: Waren es 2015 und 2016 noch 216 beziehungsweise 215 Sportler, traten 2017 nur noch 171 an. Mit ein Grund hierfür wird in der Ermittlung der QTTR-Werte im vierten Quartal gesehen: „Für die Aufstellungen der Mannschaften in der Rückrunde ist der QTTR-Wert Mitte Dezember maßgebend. Der eine oder andere wollte wohl nicht durch ein schlechtes Abschneiden bei den Bezirksmeisterschaften im November viele Punkte verlieren. Das kann man dann ja nur noch sehr schwierig korrigieren“, erläutert der kommissarische Ressortleiter Sportentwicklung Thomas Kreidler. Die Titelwettkämpfe im Bezirk wurden somit teilweise als ein riskantes Unternehmen gesehen. Durch den früheren Zeitpunkt sollte dieses Risiko minimiert werden. Außerdem stellt die Veranstaltung durch die Terminierung noch vor den ersten Mannschaftsspielen jetzt so etwas wie die offizielle Saisoneröffnung im Bezirk dar.

Doch so schön das Konzept auch klingen mag, so ist es doch vor gewissen Kinderkrankheiten nicht gefeit: Da die Sommerferien erst eine Woche vor den Bezirkswettkämpfen endeten, konnte in den Vereinen nur wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht werden. „Der neue Termin muss sich erst noch herumsprechen. Wir haben das zwar auf dem Bezirkstag Ende Juni und auch im aktuellen Newsletter des TTVWH angekündigt, aber es braucht sicherlich noch eine Weile, bis es in den Köpfen angekommen ist“, so Kreidler. Deshalb waren sein bescheidenes Ziel beim ersten Anlauf 150 Teilnehmer. Letztlich sind es 178 geworden, sodass sogar eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden konnte.

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