Marbach-Rielingshausen Kein Bedarf an Wohnmobilstellplätzen

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Sein Wohnmobil wird man in Rielingshausen vorerst nicht abstellen können. Foto: dpa

Im Ortschaftsrat ist über den Tourismusbericht diskutiert worden.

Marbach-Rielingshausen - Als der Tourismusbericht für Marbach im Verwaltungsausschuss vorgestellt wurde, drehte sich die Diskussion vornehmlich um Schillers Geburtshaus. Das lag daran, dass die Gedenkstätte 2017 einen neuerlichen Rückgang bei den Besucherzahlen verzeichnen musste (wir berichteten). Dieses Thema wurde hingegen bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats nur am Rande gestreift. Die Runde in Rielingshausen interessierte sich bei den Daten und Fakten zum Tourismus eher für andere Dinge wie die Ausschilderung von Radwegen oder den Bedarf von Stellplätzen für Wohnmobile im Ort.

Letzteres war eine Sache, die speziell Jochen Biesinger von der CDU beschäftigte. Er wollte wissen, ob ein solches Angebot in Rielingshausen eventuell Sinn ergeben könnte. Immerhin sei die Autobahn nicht fern und die Natur nah. Allerdings sei er auf diesem Feld kein Experte. Ganz im Gegensatz zu Uli Lauterwasser von der SPD, den Jochen Biesinger auch gezielt ansprach. Lauterwasser winkte aber ab. „Ich glaube nicht, dass wir das brauchen“, meinte er. Wichtig sei für einen Wohnmobilisten, dass er sich in der Umgebung des Standorts wie in Marbach noch etwas anschauen könne. „Das sehe ich in Rielingshausen nicht“, erklärte Lauterwasser.

Dafür wäre die Gegend rund um den Stadtteil prädestiniert, um eine Runde mit dem Rad zu drehen. Doch bei der Ausschilderung von Radwegen hapere es, meinte der Ortsvorsteher Eberhard Ruoff. Die Rad- und Wanderwege müssten besser gekennzeichnet werden, sah hier auch der Erste Beigeordnete Gerhard Heim eine Schwachstelle. Roland Stickel von der CDU wollte in dem Zusammenhang wissen, wie der Stand der Dinge bei dem geplanten Radweg zwischen Rielingshausen und Großaspach sei. Was die Wegeführung anbelangt, habe man mit den Verantwortlichen beim Landkreis Ludwigsburg bereits eine Übereinkunft erzielt, sagte Gerhard Heim. Die Federführung liege aber beim Landratsamt. Dort müsse nun auch entschieden werden, ob das Projekt umgesetzt wird oder nicht, betont Gerhard Heim auf Nachfrage. Die Stadt sei bereits in Vorleistung gegangen und habe einen Vorentwurf erstellen lassen. Der liege jetzt im Kreishaus, das für alle weiteren Schritte verantwortlich sei.

Die Behörde dürfte auch schon bald auf die Kommune in der Sache zukommen. Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts, kündigt nämlich an, dass das weitere Vorgehen „bezüglich der Planung und des Baus des Radwegs in Kürze“ zwischen dem Landratsamt und der Stadt Marbach abgestimmt werde.

Keinen Einfluss hat das Kreishaus hingegen auf die Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen in Rielingshausen. Die Optionen sind hier ausgesprochen überschaubar. Aktuell gebe es lediglich in der Triebstraße eine Ferienwohnung, sagte Eberhard Ruoff.

Was die Kernstadt angeht, komme es immer wieder zu Engpässen, sagte Gerhard Heim auf Nachfrage von Lothar Sondermeyer von der SPD. Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe hänge allerdings stark vom Termin ab. Im Sommer, wenn viele Touristen in Marbach unterwegs sind, seien entsprechend mehr Zimmer belegt. „Ich denke, in Marbach ist der Bedarf für weitere Hotelkapazitäten da. Man muss darüber sicher mal in den nächsten Monaten nachdenken“, erklärte Gerhard Heim.