Marbach Radereignis hält die Stadt auf Trab

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Vor vier Jahren sind die Pedaleure beim Charity Bike Cup letztmals durch Marbach und Umgebung gefahren. Jetzt macht das Event wieder in der Schillerstadt Station. Foto: Archiv (Kuhnle)

Bei der Aktion Stadtradeln wird immer tüchtig in die Pedale getreten. Aus gutem Grund: Jeder Kilometer, der auf dem Drahtesel und nicht mit dem Auto abgespult wird, schont auch die Umwelt. Kommunen, die bei dem Event zuletzt mit im Boot waren, sind beispielsweise Steinheim und Pleidelsheim. Der Marbacher Grünen-Rat Jürgen Waser fragte nun im Ausschuss für Umwelt und Technik, ob sich bei der nächsten Auflage nicht auch die Schillerstadt einklinken könnte. „Das müsste Marbach doch auch hinkriegen, so groß kann die Kampagne ja nicht sein“, meinte Waser. Der Bürgermeister Jan Trost machte allerdings wenig Hoffnung, dass dies geschehen wird. „Dieses Jahr ist es etwas schlecht“, konstatierte der Rathauschef. Er erinnerte daran, dass am Donnerstag, 3. Oktober, schon der Lila Logistik Charity Bike Cup auf dem Programm stehe. „Und das braucht gewaltige Vorbereitungsarbeiten“, erklärte Jan Trost.

Grundsätzlich findet der Rathauschef die Idee mit der Teilnahme am Stadtradeln nicht schlecht, wie er sagte. Vielleicht könne man in einem der nächsten Jahre mit von der Partie sein. Er wisse aber, dass man da viel reinstecken müsse und sich dieses Projekt nicht im Vorbeigehen schultern lasse. „Man muss die Leute mobilisieren. Man muss Informationsveranstaltungen machen“, sagte er.

„Wir müssen Prioritäten setzen“, betont der Rathauschef auf Nachfrage. Deshalb wolle man sich in diesem Jahr auf den Charity Bike Cup konzentrieren. Das Event finde alle vier Jahre in Marbach statt. Beteiligt seien neben der Schillerstadt noch Ludwigsburg, Remseck und Affalterbach. Das Ganze sei nicht nur Werbung für den Radsport. Der Erlös sei auch für wohltätige Zwecke bestimmt. So durfte sich bei der letzten Auflage in Marbach beispielsweise das Jugendhaus über eine Spende freuen. In diesem Jahr sollen über den Verein Star Care ebenfalls Euros an Kinderhilfsprojekte im Raum Marbach fließen, wird auf der Homepage des Events versprochen.

Der Reiz der Veranstaltung liegt darin, dass Hobbysportler zusammen mit Stars in die Pedale treten können. Mitfahren sollen unter anderem der Schauspieler Richy Müller, der ehemalige Weltklasse-Pedaleur Steffen Wesemann und der Fools-Garden-Frontmann Peter Freudenthaler.

Nicht minder spektakulär ist das Cobble-Hoppel-Rennen, bei dem sich die Teilnehmer in oft schrillen Kostümen die steile Kopfsteinpflasterpassage in der Torgasse nach oben quälen. Und dieser Wettbewerb wird in jedem Jahr ausgetragen. Daran rüttelt dieses Mal auch der Charity Bike Cup nicht, der am selben Tag über die Bühne geht, betont der Veranstalter Achim Seiter. „Da gibt es keine Überschneidungen. Die Rennen tun sich gegenseitig nicht weh“, erklärt der Murrer. Man überlege aber, wegen der Rundfahrt das Startdatum vom Cobble Hoppel ein wenig nach hinten zu verlegen. Ein Nachtwettkampf wie zuletzt werde aber definitiv nicht ausgetragen.

Während sich die beiden Radsportevents nicht direkt in die Quere kommen, ist für Achim Seiter ein anderes Thema weitaus spannender: die Baustellen in der Altstadt. Er erinnert daran, dass im Rahmen der Arbeiten am neuen Genkinger-Kunsthaus aktuell ein Kran auf der Torgasse platziert ist. Sollte das bis in den Oktober hinein der Fall sein, müsse man eine Ausweichstrecke parat haben. Insofern bastele man an einer Alternativ-Route durch die Altstadt, die ähnliche Steigungsprozente garantiert.

Erschwerend kommt hinzu, dass an der Niklastorstraße wegen der Umgestaltung des Pfundhauses ganz sicher kein Durchkommen sein wird. Und das habe wiederum Auswirkungen auf die Feuerwehrzufahrten, erklärt Achim Seiter, der deshalb im Hintergrund an Lösungen tüftelt. Wobei ihm wichtig ist, am Ende ein Rennen auf die Beine zu stellen, das für die Anwohner verträglich ist. Denn die seien durch die baulichen Einschränkungen schon genug gebeutelt.

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