Marbach Mehr Platz, um Chemikalien an den Mann zu bringen

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Der Architekt Helmut Mögel, der Häffner-Geschäftsführer Derk Ch. Proff, der Häffner-Chefgesellschafter Jürgen Martin, Zimmermann Karl Bonnet und Bürgermeister Jan Trost (von links) haben gemeinsam Richtfest gefeiert. Foto:  

Marbach - Die stattliche Höhe von 22,70 Metern weist der Rohbau der Firma Häffner GmbH & Co. Holding KG im Marbacher Powerpark am Neckar auf. Das inklusive Grundstück etwa zwölf Millionen Euro teure Hochregallager weist der Firma den Weg in die Zukunft. Am alten Standort in Asperg ist der Umschlag von Chemikalien für den Weitertransport an Kunden nicht in der jetzt angestrebten Weise möglich.

Das Richtfest am Freitagnachmittag hat das Ende des ersten Bauabschnitts markiert. Anfang April waren die ersten Bagger angerollt, Ende März 2014 soll der rund 4900 Quadratmeter große Gebäudekomplex bezugsfertig sein. „Wir liegen etwa eine Woche zurück, sind aber mit dem Baufortschritt zufrieden“, sagte Jürgen Martin, geschäftsführender Gesellschafter von Häffner unserer Zeitung. Sein Unternehmen sei 1903 in Stuttgart gegründet worden und seit 1916 in Asperg ansässig. Der Betrieb gelte aber inzwischen als Störfaktor, da er im Ort liegt. Für einen Neubau wie den in Marbach müsse man mindestens 700 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt sein. Martin kündigte an, in den nächsten Jahren auch die Verwaltung nach Marbach zu verlegen. Für diesen Schritt sei ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen. Das Unternehmen wolle ihn in dieser Zeit verwirklichen. Ein Großteil der insgesamt 120 Mitarbeiter in Asperg wechsele dann zum neuen Standort in die Neckarkommune.

Nach Auskunft des Unternehmens verteilt Häffner von Marbach aus die meisten Chemikalien in einem Umkreis von 250 Kilometern. Der Kreis der Abnehmer sei groß, erklärt Jürgen Martin: „von der Kläranlage bis zur chemischen Reinigung“. Immer mehr Stoffe würden vom Gesetzgeber als gefährlich eingestuft – deshalb komme die Lagerung für viele Kunden nicht in Frage. Häffner gewährleiste eine Just-in-Time-Anlieferung, um die Betriebe zu entlasten.

In der Schillerstadt ist das neue Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen hochwillkommen. „Solide Unternehmen sind das Rückgrat einer jeden Kommune“, sagte der Marbacher Bürgermeister den etwa 150  Gästen des Richtfestes im Rohbau. Die Großinvestition setze ein positives Signal in wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten. Das dann zum Teil in Marbach ansässige Unternehmen sei ein großer Gewinn für die Stadt. Der Hintegrund: Die Häffner GmbH & Co. Holding KG macht einen Jahresumsatz von etwa 135 Millionen Euro.

Der Architekt Helmut Mögel aus Stuttgart gab den Ball zurück und lobte die wohlwollende Begleitung durch die Stadt und den Gemeinderat. Im März habe Häffner die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart erhalten. Der mit feuerbeständigem Beton umbaute Raum messe 73 000 Kubikmeter. Das Hochregallager funktioniere vollautomatisch. Der Sauerstoffgehalt werde auf 13,3 Prozent abgesenkt, um die Brandgefahr niedrig zu halten. Das Lager mit rund 6000 Paletten für feste und flüssige anorganische Stoffe werde computergesteuert.

Die Stadt Marbach hat jetzt nur noch ein Grundstück im Powerpark. Es ist rund 2100 Quadratmeter groß. Die Hälfte des Areals wolle die bereits im Gewerbegebiet ansässige Wirth Elektrotechnik GmbH kaufen, informierte der Bürgermeister Jan Trost am Rande des Richtfests. Die verbleibenden 1000 Quadratmeter seien der letzte Rest vor der Grenze mit Ludwigsburg.