Marbach Kritik am Zustand der Sporthallen

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Die Stadt will prüfen lassen, ob der Boden in der Karl-Nusser-Halle neu eingelassen werden kann.Die Stadionhalle ist energetisch nicht auf dem neuesten Stand. Foto: Archiv (KS-Images.de)/Werner Kuhnle

Marbach - Die Karl-Nusser-Halle entwickelt sich für die Nutzer offenbar zunehmend zum Ärgernis. „Es gibt zwei Hauptprobleme“, sagt Heinz Reichert, der Vorsitzende des TV Marbach. Zum einen funktionierten die Duschen alles andere als einwandfrei. Zum anderen sei der Boden in keinem guten Zustand.

Was die Duschen anbelangt, verhalte es sich so, dass in einer Kabine manchmal lediglich aus einer einzige Brause überhaupt Wasser komme. „Für die Schüler ist das vielleicht nicht so schlimm“, sagt Heinz Reichert. Denn die nutzten die Anlage ohnehin selten. „Aber die Vereinssportler beklagen sich“, wurde ihm zugetragen.

An dem Hallenboden bemängeln die Nutzer laut dem TVM-Vorsitzenden, „dass er furchtbar rutschig ist“. Die Basketballer würden die Fläche inzwischen selbst abwischen, bevor sie sich überhaupt aufs Parkett wagen. Kern des Übels sei wohl, dass der Boden nicht richtig gepflegt werde. Das Alter des Untergrunds spiele ebenfalls eine Rolle, sagt Reichert. Es seien Ermüdungserscheinungen am Material festzustellen. Lösen lasse sich das Problem wahrscheinlich nur, indem ein neuer Boden verlegt wird. „Aber das ist teuer“, erklärt der SPD-Stadtrat.

„Viel schlimmer ist aber der Zustand der Stadionhalle“, findet Heinz Reichert. Die Sportstätte sei in die Jahre gekommen, dazu geselle sich der Vandalismus, der auf das Konto von Schülern gehe. Unter anderem seien Türgriffe abgeschlagen worden. Es sei schon fast peinlich gewesen, dass die Teilnehmer des großen Charity-Radrennens von Lila Logistik am Tag der Deutschen Einheit an einer solchen Sportstätte ihre Basis hätten beziehen mussten.

Dem Bürgermeister Jan Trost ist bewusst, dass es sich bei der Stadionhalle um kein Vorzeigeobjekt mehr handelt. „In energetischer Hinsicht ist sie nicht auf dem neuesten Stand. Das zeigt jedes Jahr der Energiebericht“, erklärt er. Ein anderes Sorgenkind sei die Gymnasiumturnhalle. Hier liege auch einiges im Argen. Insofern müsse man sich mittelfristig mit beiden Sportstätten beschäftigen. „In beiden Fällen wird man darüber diskutieren müssen, ob die Hallen generalsaniert oder abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden sollen“, sagt Jan Trost. Kurzfristig sei das allerdings nicht zu stemmen. „Wir haben viele andere Projekte vor der Brust“, betont er und erinnert unter anderem an die Generalüberholung des Bildungszentrums und die nächste Stufe der Ortskernsanierung in Rielingshausen. Ferner wolle man die Toiletten in der Grundschule auf Vordermann bringen lassen. Und all das vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Finanzlage. „Wir können deshalb nur Schritt für Schritt die Themen abarbeiten“, konstatiert Trost.

Der Bürgermeister betont jedoch zugleich, dass die Spielstätten funktionsfähig sind und weiter so in Schuss gehalten werden, dass man sie nutzen kann. Insofern hat die Stadt auch das Thema Duschen in der Karl-Nusser-Halle auf der Agenda. „Da sind wir schon lange dran. Es reicht aber keine einfache Reparatur. Wir müssen die ganze Technik austauschen lassen“, erklärt Jan Trost. Das soll bewusst nicht auf einen Schlag passieren, sondern nach und nach, damit die Sportler sich im Anschluss an eine schweißtreibende Einheit weiter frisch machen können.

Bislang habe man auf ein System gesetzt, bei dem sich das Wasser nach einer gewissen Zeit von selbst abstellt. Wer Nachschub braucht, muss den Automatismus erneut auslösen. Das Problem dabei sei, dass diese Technik „sehr störanfällig ist“. Deshalb werde nun auf eine einfachere Methode umgerüstet, bei der der Wasserfluss per Hebel reguliert wird. Die erste von sechs Säulen habe man bereits ersetzen lassen. Sie sei seit rund zwei Wochen in Betrieb. Die restlichen Duschen würden im nächsten halben Jahr erneuert.

Im Hinblick auf den Untergrund in der Halle werde man prüfen, ob er neu eingelassen werden sollte. „Ab einem gewissen Alter ist es so, dass ein Boden einen Substanzverlust hat. Die Böden werden härter, spröder und rutschiger und haben nicht mehr die Griffigkeit“, erklärt Jan Trost.