Marbach Keinen Appetit auf Buchsbäume

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Gerhard Bauer bespritzt die Buchsbäume mit einer Mischung, deren Rezept er sich selbst ausgedacht hat. Foto: Werner Kuhnle

Marbach - Er ist der Schrecken fast aller Gartenbesitzer: Der Buchsbaumzünsler, dem seit seinem ersten Auftreten unzählige Buchsbäume zum Opfer gefallen sind. Auch die Erdmannhäuserin Cornelia Weller ärgerte sich darüber, dass Raupen des gefräßigen Insekts sich über ihre Buchsbaumhecke hermachten, und fragte den Marbacher Gerhard Bauer um Rat. Er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und zudem ein Tüftler, der sich für alle möglichen Probleme Lösungen überlegt.

Als Naturfreund schied für ihn der Einsatz der chemischen Keule von vornherein aus. Stattdessen kam er auf die Idee, es einmal mit Algenkalk zu versuchen. „Der wird in der Landwirtschaft eigentlich als Düngemittel eingesetzt“, erklärt Bauer. Es folgten weitere Überlegungen, was noch geeignet sein könnte. Gegen Blattläuse, so wusste er, kann man Kaliseife einsetzen. Und Molke ist ein wirksames Mittel gegen Pilzbefall. Mit diesen Ideen im Kopf begann er zu experimentieren. Und siehe da: Es funktionierte.

„Wenn die neuen Blätter noch nicht da sind, so im März, spritze ich Algenkalk, und zwar ans Holz und an die alten Blätter, vor allen Dingen von unten, weil da die Raupen sitzen“, erklärt Bauer. Dazu verwendet er eine Mischung von 100 Gramm Algenkalk auf einen Liter Wasser, was ungefähr für einen Kubikmeter reicht. Ein Problem dabei hat er noch nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst: „Der Algenkalk ist recht grobkörnig und vermischt sich nur schwer mit dem Wasser. Und man braucht dazu eine Spritze mit großen Düsen.“ Er selber hat sich vorerst damit geholfen, die Löcher aufzubohren, möchte aber noch mit einem Müller Kontakt aufnehmen, um zu klären, wie man den Algenkalk feinkörniger bekommt.

Wenn der Zünsler dann zum ersten Mal die Buchsbäume heimsuchen möchte – je nach Wetterlage sei das Mitte April bis Anfang Mai – spritzt er nochmals Algenkalk. Der Effekt, den er dadurch beobachtet hat: „Die Eier halten nicht mehr so gut und können schlechter abgelegt werden.“ Falls doch einige Eier an den Blättern haften sollten, legt er mit einer Mischung von Molke und Kaliseife nach. Das Molkepulver wird ebenfalls im Verhältnis 100 Gramm zu einem Liter Wasser gemischt, die Kaliseife nach Packungsangabe in einer ein- bis zweiprozentigen Lösung angesetzt. „Das geht auch noch, wenn schon das Gespinst zu sehen ist“, betont Gerhard Bauer. Der Effekt des Ganzen: Die Mischung verklebt nicht nur die Kokons, so dass die Raupe nicht mehr herauskommt. Auch wenn schon eine Raupe da sein sollte, wird ihr kräftig der Appetit verdorben. „Es ist quasi alles versiegelt“, erklärt Bauer.

Der Erfolg gibt ihm bislang recht. Die Hecke von Cornelia Weller steht in voller grüner Pracht da. Ein Nachbar dagegen „hat volle Pulle die Viecher“ in seinen Buchsbäumen, hat Bauer festgestellt. Mit den Mitteln könne man auch Tomaten, Paprika und Obstbäume spritzen. „Die Früchte sehen dann alle aus wie gemalt“, freut er sich und zeigt Fotos, die er von der reichen Ernte vergangenes Jahr machte.

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