Marbach Keine heiße Spur im Mordfall

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Die Polizei ermittelt vor allem im Umfeld von Patrick P., der vor 15 Jahren ermordet worden ist. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf den Täter.

Marbach - Geschlagene 15 Jahre rätselte die Polizei, um wen es sich bei dem Getöteten handeln könnte, der brutal erschlagen und dann im Pfullinger Stadtwald verscharrt worden war. Bis vor wenigen Wochen ein DNA-Abgleich zum entscheidenden Durchbruch führte: Der Ermordete heißt Patrick P. und kommt aus Marbach (wir berichteten). Der junge Mann verlagerte nach dem Schulabschluss 1998 seinen Lebensmittelpunkt nach Stuttgart. Ende Juli 1999 hat ihn seine Mutter letztmals gesehen – und seit Anfang November dieses Jahres schreckliche Gewissheit über sein Schicksal. Wer ihren Sohn auf dem Gewissen hat, ist aber weiter unklar. Man habe zwar zwischenzeitlich einige Hinweise erhalten, sagt Björn Reusch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. „Aber bislang haben wir noch keine heiße Spur“, fügt er hinzu.

Trotzdem stecken die Beamten nicht auf. „Wir werden dauerhaft dranbleiben“, betont Björn Reusch. Zumal die Hoffnung, den Tätern nach so langer Zeit doch noch zu überführen, gar nicht so gering sei. Denn die Identifizierung des Opfers „war überhaupt der erste Ermittlungserfolg“, gibt der Pressesprecher zu bedenken. Und dazu noch ein extrem wichtiger. Von da an hätten nämlich der Fall des verschwundenen Marbachers und der Mord in Pfullingen zusammengeführt werden können. Die Familie des Schillerstädters hatte lange auf eigene Faust den Verbleib von Patrick P. recherchiert, im Juni 2013 aber schließlich doch eine Vermisstenanzeige gestellt.

Nach der Identifizierung der Leiche kann die Polizei nun das tun, was bei solchen Delikten üblicherweise auf der Tagesordnung steht: Im Umfeld des Ermordeten Nachforschungen anstellen. „Wir hoffen, dass sich daraus weitere Ermittlungsansätze ergeben“, erklärt Björn Reusch. Immerhin sei es in den allermeisten Mordfällen so, dass das Opfer und der Täter in einer Beziehung zueinander standen. Insofern würden sich die Kollegen nun in Marbach und Stuttgart umhören. Man habe ja gewisse Anhaltspunkte, wo sich Patrick P. vor seinem Verschwinden aufgehalten hat. Björn Reusch weist auf die Kontakte des jungen Mannes ins Rotlichtmilieu hin. „Da ermitteln wir auch“, berichtet der Polizeisprecher. Eine seiner Schwestern war sich sicher, Patrick P. im Fenster eines Erotikclubs in der Landeshauptstadt gesehen zu haben. Danach verliert sich seine Spur jedoch.

Diese wieder aufzunehmen, ist jetzt das Ziel der Kripo. Wobei die bislang eingegangenen Hinweise dabei mutmaßlich nicht wirklich weiterhelfen. Die Informationen hätten sich eher darauf bezogen, wie der junge Man gelebt hat, berichtet Björn Reusch. Ohnehin könne man die Zahl derer, die sich gemeldet haben, an zwei Händen abzählen. Es gebe auch noch keine weiteren Fingerzeige in Richtung Tatwerkzeug. Vermutlich wurde der damals gerade einmal 18 Jahre alte Marbacher mit einem Gartengerät erschlagen und dann nackt vergraben. Ein Förster fand den Schädel im September 1999 südlich der Bundesstraße 312 zwischen Pfullingen und Unterhausen. Den Rest des Torsos entdeckte die Polizei in der Nähe. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 07 11 / 3 99 00 entgegen.