Marbach Kahlschlag in der Nähe des Bahnhofs

Von
Ein beauftragtes Unternehmen setzt die Bäume auf den Stock. Foto: Oliver von Schaewen

Der städtische Grünplaner Roland Kübler hält das frühzeitige Vorgehen der DB prinzipiell für richtig.

Marbach - Bäume gelten als besonders schützenswert. Doch wenn es um die Sicherheit von Bahnlinien geht, hat auch Roland Kübler Verständnis für ein relativ striktes Vorgehen, wie es jetzt in der Nähe des Marbacher Bahnhofs zu sehen ist. „Die Bahn hat Nachholbedarf“, sagt der städtische Grünplaner, denn im vergangenen Jahr habe er von relativ vielen Bäumen gehört, die auf Gleise gefallen seien. Nicht in Marbach, es handele sich um ein bundesweites Phänomen, „vermutlich hat die Bahn Kosten sparen wollen und weniger Personal eingesetzt“. Dies sei aber seiner Meinung nach ein Trugschluss, denn der Schaden durch die Zugausfälle wegen umgestürzter Bäume wiege schwerer.

Nicht unzufrieden ist Kübler, dass die Deutsche Bahn (DB) jetzt in der Nähe des Bahnhofs die Bäume am Gleis zurückschneiden ließ. Was auf den ersten Anblick wie eine Art Kahlschlag aussieht, ergibt laut Roland Kübler durchaus Sinn. „Die Wurzeln arbeiten unter den Gleisen und produzieren Hohlräume – das ist für den Zugverkehr alles andere als günstig.“ Ein Unternehmen hat das Übel bei den Wurzeln gepackt und bereits am Atzenweg zwischen Bahnhof und Alexanderkirche das Grüngut radikal zurückgeschnitten, „wenn auch nicht besonders feinfühlig“. Von der Aktion profitierten die Fußgänger, erklärt der Grünplaner, „es hat dort viele Akazien – wenn die auf den Weg hinauswachsen, stechen sie die Passanten“.

Ein Großteil der Anlagen auf der innerstädtischen Seite des Bahnhofs gehört der DB. So auch der L’Isle-Adam-Platz und die Kleingärtneranlagen am Atzenweg. Für die öffentlichen Anlagen habe die Stadt Marbach die Pflege übernommen. Sorge bereiten Roland Kübler die Mammutbäume am unteren Ende des L’Isle-Adam-Platzes. Nicht zuletzt durch den heißen, niederschlagsarmen Vorjahressommer seien die oberen Äste völlig ausgetrocknet und müssten herausgeschnitten werden, bevor sie eine Gefahr für Passanten darstellten. Aber auch ohne solche extreme Hitzewellen bräuchten die Riesenbäume US-amerikanischer Herkunft wegen ihrer Laubfülle Hilfe. „Wir haben Stutzen angebracht, um ihnen damit Wasser zuführen zu können“, erklärt der Landschaftsplaner.

Den Artenschutz müsse man zwar im Blick behalten, doch gelte die Rückschneidefrist bis zum 1. März nicht, wenn die Verkehrssicherheit hergestellt werden müsse, betont Roland Kübler.