Marbach/Handball Entscheidung erst in der Schlussphase

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Selten gab es solch ein freies Durchkommen wie hier für Roman Mattheis von der HSG Marbach/Rielingshausen. Foto: avanti

Marbach-Rielingshausen - Wie eiskalt es in der Rielingshäuser Hardtwaldhalle war, dürften die vielen Zuschauer bei all der Spannung überhaupt nicht gemerkt haben. Denn das Derby in der Handball-Bezirksliga zwischen der HSG Marbach/Rielingshausen und der HSG Neckar war heiß umkämpft. Fast 58 Minuten lang war es unmöglich zu sagen, wer am Ende die beiden Punkte auf seinem Konto verbuchen würde. Erst dann konnte sich die HSG Marbach/Rielingshausen auf drei Tore absetzen – eine so große Differenz hatte es bis dahin zu keiner Zeit gegeben. Dement-sprechend geknickt waren die Männer von der HSG Neckar nach Abpfiff der Partie. Und der Jubel auf der anderen Seite natürlich umso größer.

Dabei standen die Vorzeichen für die Gastgeber gar nicht mal so gut. In der Vorwoche hatte es bei der HB Ludwigsburg eine bittere 24:37-Klatsche gesetzt. Zugegeben: Die Barockstädter waren favorisiert, aber auf diese Deutlichkeit hätte man gerne verzichtet. Gerade deshalb war Marbachs Übungsleiter Martin Wittlinger so stolz auf den Derby-Auftritt seines Teams: „Nach dieser Niederlage ging es heute um die Moral, in einem Derby natürlich erst recht. Was wir dann abgeliefert haben, war sensationell.“ Wittlinger lobte besonders die Abwehrleistung seiner Mannschaft. Insbesondere Torhüter Emre Baykara habe ein tolles Spiel gemacht.

Tatsächlich war die Partie von intensiver Defensivarbeit beider Teams geprägt. Keinesfalls unfair, aber mit gesunder Härte wurden die Gehäuse beherzt verteidigt. Wenn überhaupt technische Fehler gemacht wurden, dann nicht aus Unkonzentriertheit, sondern weil die Gegenseite sie erzwang. Beide Mannschaften agierten in strikter 6:0-Formation. Dementsprechend wurden viele Tore aus dem Rückraum erzielt, und zwar stets abwechselnd: Ein Team legte vor, das andere zog nach. Den besseren Start erwischten dabei die Gäste. Sie hatten ihre Nerven zunächst besser im Griff. Bis zur 16. Spielminute zahlte sich dies aus, dann fand die HSG Marbach/Rielingshausen zu mehr Sicherheit. Von nun an hatten die Gastgeber die Nase etwas weiter vorn. Der erste Durchgang endete schließlich beim Stand von 12:12.

Nach Wiederanpfiff änderte sich das Spielgeschehen nicht. Weiterhin hielten sich beide Teams die Waage, spielten temporeich und mutig, fanden tolle Lösungen und zeigten unbedingten Siegeswillen. Erst in der Schlussphase kristallisierte sich eine leichte Überlegenheit bei den Marbachern heraus. Sie hatten jetzt ein Quäntchen mehr Präzision beim Abschluss, eine Haaresbreite mehr Konzentration im Aufbauspiel und eine Winzigkeit mehr Biss in der Abwehr. Diese kleinen Unterschiede mündeten dann im umjubelten Endstand von 24:21, der die HSG Marbach/Rielingshausen zum Derbysieger krönte.

HSG Marbach/Rielingshausen:
Baykara, Schönbrodt – D. Blaschke (2), Holzwarth, S. Blaschke (2), Horst (1), Kühn (5), Beerwart, Lauster (1), Mattheis (2), Strähle, Schubring (1), B. Weller (6), M. Weller (4). HSG Neckar:
Schimke, Vogelsang – Böhringer (3), Cokesa, M. Gehrmann (1), S. Gehr-mann (4), Gerger (2), Kopp, L. Fischer, N. Fischer (4), Heim (3), Kraft (2), Löwenstein (2).