Marbach/Fußball „Körperlos, lustlos, arrogant und überheblich“

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Acht Tore gab es zwischen Steinheim (Foto Julian Kübler) und Affalterbach. Foto: avanti

In der Kreisliga A1 Enz-Murr haben die beiden Führenden am Sonntag gepatzt, bleiben aber an der Spitze: Mit 1:2 musste sich der TSV 1899 Benningen im direkten Duell der beiden Topfavoriten dem SV Pattonville geschlagen. Noch viel überraschender war jedoch das 3:5 des TSV Affalterbach beim zuvor noch punktlosen TSG Steinheim. Weiterhin die Null auf der Habenseite steht hingegen beim GSV Höpfigheim, der im Derby mit 1:5 gegen den SGV Murr verlor.

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TSG Steinheim – TSV Affalterbach 5:3
Tore: 1:0 Krenz (5.), 2:0 Adami (14.), 2:1 Sejdovic (42.), 3:1 Kübler (60., Elfmeter), 4:1 Dörner (62.), 4:2 Grothe (70.), 5:2 Feuchtner (80.), 5:3 Diehl (90+2., Elfmeter)
Ein stark aufspielender Fabio Adami brachte die Steinheimer früh in die Erfolgsspur: Zunächst legte der Neffe von Coach Luciano Adami für Pascal Krenz das 1:0 auf und traf alsbald selbst zum 2:0 (14.). „Das war ein Start nach Maß. Anschließend haben wir zunehmend gespürt, dass der Gegner nicht seinen besten Tag erwischt hatte“, sagte Coach Adami. Sein Gegenüber Mauro Pedace fand für die Vorstellung seiner Elf erwartungsgemäß klarere Worte: „Körperlos, lustlos, arrogant und überheblich“, grollte er, und befand: „Es wurde auch im gesamten Spiel nie besser. Da ging kein Ruck durch das Team. So ist leider die Mentalität dieser Mannschaft“, so Pedace, der genau einen solchen Auftritt befürchtet hatte. Zwar verkürzte Selver Sejdovic noch vor der Halbzeit, doch ein TSG-Doppelschlag (60., 62.) ließ Steinheim sogar auf 4:1 davonziehen. „Aber erst mit unserem 5:2 nach 80 Minuten dachte ich langsam, dass es heute etwas werden kann“, gestand Adami, für dessen Elf es die ersten Punkte in dieser Runde waren.

GSV Höpfigheim – SGV Murr 1:5
Tore: 0:1 M. Weiß (47.), 0:2 Winkle (55.), 0:3, 0:4 M. Weiß (57., 60.), 1:4 Disanti (70.), 1:5 Müller (90.)

Abgelöst als Schlusslicht hat die Steinheimer nun der GSV, der auch sein viertes Spiel verlor. Dabei hatte es noch zur Halbzeit keineswegs nach einem klaren Sieger ausgesehen. „Ausgeglichen“, so die Trainer Norman Röcker (GSV) und Marc Reinhardt (SGV) unisono, verliefen die ersten 45 Minuten. Nach Wiederanpfiff ging es dann aber sehr schnell: Binnen 13 Minuten zog Murr auf 4:0 davon. Marcel Weiß traf dabei gleich dreimal. „Das erste Gegentor war für uns leider ein Bruch, mit dem die Mannschaft kurzzeitig in sich zusammengefallen ist. Ich bin zwar überzeugt, dass wir es besser können, aber in der momentanen Verfassung reicht es nicht“, musste Röcker einräumen. Vor allem mit der zweiten Hälfte zufrieden war sein Gegenüber Reinhardt: „Der Sieg tut gut, zumal wir unsere Tore nach einstudierten Spielzügen erzielt haben“, freute er sich.

TSV 1899 Benningen – SV Pattonville 1:2
Tore: 0:1 Nar (17.), 0:2 Pantic (61.), 1:2 Djurdjevic (90+2.)

„Wir waren über 90 Minuten klar spielbestimmend. Bis auf die Chancenverwertung kann ich meiner Mannschaft eigentlich kaum etwas vorwerfen. Pattonville weiß doch im Nachhinein selbst nicht, wie es hier zum Sieg kommen konnte“, resümierte Benningens Trainer Thomas Lembeck nach der ersten Saisonniederlage. Während seine Elf das Spiel kontrollierte, schaltete der Gast zweimal schnell um und kam so zu seinen Toren. Erst in der Nachspielzeit gelang Marco Djurdjevic der Anschlusstreffer. Dennoch bleibt Benningen an der Tabellenspitze, kann aber am Mittwoch vom FC Marbach verdrängt werden, wenn dieser sein Nachholspiel gegen die SGM Hochberg/Hochdorf gewinnen sollte.

GSV Erdmannhausen – SGM Hochberg/Hochdorf 1:3
Tore: 0:1 Schmack (28.), 0:2 Arnold (52.), 1:2 M. Heusel (70.), 1:3 Ovan (88.); Gelb-Rote Karte: L. Heusel (72., Foulspiel)

Die Gäste standen tief, überließen dem GSV das Spiel und setzen auf Konter. „Dann muss man sich als angreifende Mannschaft eben mehr bewegen“, war Erdmannhausens Coach Andreas Eschenbach über weite Strecken mit dem Auftritt seiner Elf nicht einverstanden. Dieser besserte sich erst, nachdem Marius Heusel zunächst den 1:2-Anschluss besorgte (70.) und nur kurz darauf sein Bruder Luca eine überzogene gelb-rote Karte sah (72.). „In Unterzahl hatten wir dann unsere beste Phase“, berichtete Eschenbach. Alleine Marius Heusel hätte das Spiel nun drehen können, vergab aber jeweils, ehe ein weiterer Gästekonter entschied.

FC Gerlingen II – GSV Pleidelsheim 1:5
Tore: 0:1 P. Sirch (30.), 0:2, 0:3 Pfeiffer (39., 51.), 0:4 P. Sirch (54.), 1:4 Kaba (60.), 1:5 K. Sirch (75.)

Hochzufrieden nach dem zweiten Dreier der Runde war GSV-Trainer Roberto Raimondo. „Gegen einen keineswegs schwachen Gegner haben wir ein richtig gutes und aggressives Spiel gezeigt“, lobte der Pleidelsheimer Trainer. Dabei waren die Hausherren vor der Pause noch nahezu ebenbürtig. Patrick Sirch und Daniel Pfeiffer schossen dann aber die 2:0-Halbzeitführung heraus und erhöhten bald nach der Pause auch per erneutem Doppelschlag zum schon alles entscheidenden 4:0.

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